Die amerikanische Bundespolizei FBI hat nach Medienberichten offenbar am Montagabend das Haus der Ex-Geliebten des zurückgetretenen CIA-Chefs David Petraeus durchsucht. Die 40-Jährige Paula Broadwell lebt mit ihrer Familie in Charlotte im Bundesstaat North Carolina.

Nach Angaben des «Charlotte Observer» betraten mehrere FBI-Beamte mit leeren Kartons das Haus der Frau. Wie der Sender CNN berichtete, bestätigte eine örtliche FBI-Sprecherin den abendlichen Besuch, ohne aber zu sagen, was die Beamten in dem Haus wollten.

Petraeus war am Freitag als CIA-Chef zurückgetreten, nachdem bei FBI-Ermittlungen die aussereheliche Affäre mit seiner Biografin aufgeflogen war. Die Bundespolizei hatte auch untersucht, ob die Beziehung ein Sicherheitsrisiko darstellte und Broadwell von geheimen CIA-Erkenntnissen wusste.

Die Nachrichtenagentur AP berichtet derweil, dass das Pentagon auch einen hohen Militär in Afghanistan wegen verdächtigen E-Mails im Petraesu-Skandal unter die Lupe nimmt: Gegen den US-Oberkommandierenden in Afghanistan, General John Allen, wird in Zusammenhang mit der Petraeus-Affäre wegen «unangemessener» E-Mails an eine Freundin des zurückgetretenen CIA-Chefs ermittelt. Das teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Es gehe um Mails, die Allen an eine Freundin von David Petraeus, Jill Kelley, geschickt habe. Kelley hatte Berichten zufolge auch Drohmails von Petraeus' Ex-Geliebter und Biografin Paula Broadwell erhalten.

Die aussereheliche Affäre mit Broadwell hatte zum Rücktritt des Vier-Sterne-Generals in der vergangenen Woche geführt.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta erklärte, die Bundespolizei FBI habe den Fall Allen am Sonntag an das Pentagon übergeben. Er habe am Montag Ermittlungen gegen den Oberkommandierenden der ISAF und der US-Truppen angeordnet.

(chb/tke/sda)