In den Fall Hildebrand kommt wieder Bewegung: Die Bundesanwaltschaft soll ein Strafverfahren gegen den ehemaligen Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und dessen Bankratspräsidenten Hansueli Raggenbass eröffnet haben. Das berichtet die «Weltwoche» in ihrer jüngsten Ausgabe.

«Wir haben aufgrund der von der Staatsanwaltschaft Zürich weitergeleiteten Anzeige in diesem Zusammenhang ein Strafverfahren eröffnet», bestätigt die Bundesanwaltschaft den Bericht denn auch gegenüber handelszeitung.ch. Sie dementiert aber Angaben der «Weltwoche», wonach auch Raggenbass im Visier stehe. «Die Bundesanwaltschaft führt kein Verfahren gegen Herrn Raggenbass.»

Über die Beweggründe des Verfahrens schweigt sich die Bundesanwaltschaft gemäss «Weltwoche» aus. Doch wie das Blatt berichtet, soll es um den Verdacht auf Amtsmissbrauch oder Verletzung des Amtsgeheimnisses im Zusammenhang mit dem «Outing» von Hermann Lei und Alt Bundesrat Christoph Blocher gehen. Blocher hatte nach Absprache mit Lei den Bundesrat unter Zusage höchster Geheimhaltung über die umstrittenen Devisengeschäfte von Philipp Hildebrand und seiner Gattin orientiert.

Philipp Hildebrand äussert sich nur indirekt zu den Vorwürfen. «Als ein Mann von höchster Integrität hat Philipp Hildebrand das Unternehmen unverzüglich über diese Angelegenheit informiert», lässt sein Arbeitgeber Blackrock ausrichten.

Diese beziehe sich auf einen Zeitraum vor der Tätigkeit von Hildebrand bei BlackRock. «Es geht dabei um eine Anzeige betreffend Amtsgeheimnisverletzung, die bereits im Juli 2012 von einer Einzelperson erstattet wurde». Demnach sei laut BlackRock das Verfahren nicht von der Bundesanwaltschaft selbst initiiert. «Herr Hildebrand weist die Anschuldigungen entschieden zurück und leistet der Bundesanwaltschaft gegenüber jede notwendige Unterstützung, um diese Angelegenheit zu klären». 

Auch Lei im Visier

Derweil erhielt auch Hermann Lei Post von der Justiz - von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich. Darin wird angekündigt, die Vorwürfe «Verletzung von Fabrikations- und Geschäftsgeheimnis» und der «Verletzung des Anwaltsgeheimnisses» einzustellen. 

Anzeige

Der Vorwurf der «versuchten Anstiftung und Gehilfenschaft zur Verletzung des Bankgeheimnisses» ist hingegen nicht vom Tisch - im Gegenteil. Vielmehr kündigt die Zürcher Staatsanwaltschaft an, einen Strafbefehl gegen Lei einzuleiten. Der bestätigt die Darstellung des «Blicks» und der «Weltwoche» gegenüber handelszeitung.ch.  Allerdings kündigt der Anwalt und SVP-Politiker an, einen allfälligen Strafbefehl «in jedem Fall» anzufechten. 

(muv/aho/se)