Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat EU-Politikern mit dem Erhängen gedroht. Die Politiker hatten Kritik an der geplanten Wiedereinführung der Todesstrafe in den Philippinen geübt.

Der philippinische Präsident beschimpfte die EU-Politiker bei einem Auftritt in Manila am Donnerstag als «Verrückte» und «Hurensöhne». Er forderte sie auf sich nicht in die Angelegenheiten seines Landes einzumischen. Duterte sagte wörtlich: «Ich wäre glücklich, Euch aufhängen zu können! Wenn es nach mir ginge, würde ich Euch alle aufhängen!»

Kein bestimmtes Ziel

Duterte, der seit Juni vergangenen Jahres in dem südostasiatischen Inselstaat an der Macht ist, hatte schon mehrfach mit wüsten Beschimpfungen und Drohungen gegen ausländische Politiker Schlagzeilen gemacht.

In seiner neuesten Schimpftirade nannte er keine europäischen Politiker mit Namen. Auslöser war offenbar eine Entschliessung des Europaparlaments, das die Philippinen vor der Wiedereinführung der Todesstrafe gewarnt hatte.

Regional weit verbreitet

Duterte verwies darauf, dass die meisten Mitgliedsländer des südostasiatischen Staatenbundes Asean die Todesstrafe im Gesetz haben. Nur Kambodscha und die Philippinen hatten sie abgeschafft.

Nach Dutertes Machtübernahme gibt es nun aber Bestrebungen, die Todesstrafe wieder einzuführen. Der Präsident steht auch wegen einer brutalen Anti-Drogen-Kampagne in der Kritik, bei der mehr als 7000 Menschen getötet wurden.

(sda/jfr/me)