Der Konservative Nikos Anastasiades hat die Präsidentenwahl im von der Pleite bedrohten Euro-Mitglieds Zypern gewonnen. Der 66-Jährige setzte sich im Stichentscheid am Sonntag mit 57,5 Prozent der Stimmen gegen seinen von den Kommunisten unterstützten Rivalen Stavros Malas durch.

Anastasiades hatte bereits die erste Runde klar gewonnen. Er tritt für schnelle Umschuldungs-Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern Zyperns ein. «Das ist ein klares und starkes Mandat für Veränderungen, Reformen und dafür, den Teufelskreis der Krisen in unserem Land zu beenden», sagte sein Sprecher zum Wahlausgang.

Auf Anastasiades kommt die Aufgabe zu, mit den Geldgebern von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die Bedingungen für ein milliardenschweres Hilfspaket für sein hoch verschuldetes Land auszuhandeln.

Der scheidende Staatschef Demetris Christofias von der Kommunistischen Partei war nicht noch einmal angetreten. Wegen der finanziell prekären Lage Zyperns galt das Votum inmitten der Schuldenkrise als Schicksalswahl. Wahlberechtigt waren gut eine halbe Million griechische Zyprer, von denen jedoch viele die Abstimmung boykottierten.

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In den Zeitungsberichten wurde ein düsteres Bild der Perspektiven des Wahlsiegers gezeichnet. Ein Kommentator sah den neuen Präsidenten auf dem Weg nach Golgatha, wo Jesus Christus gemäss der biblischen Überlieferung gekreuzigt wurde.

Sie habe das kleinere von zwei Übeln gewählt, sagte eine junge Frau nach der Stimmabgabe für Anastasiades. Die Finanz-Krise habe den Zyprern Schaden zugefügt, und mehr Lasten könnten die Menschen nicht schultern.

(chb/sda)