1. Home
  2. Politik
  3. Polanski: USA fordern von Polen die Auslieferung

Antrag
Polanski: USA fordern von Polen die Auslieferung

Roman Polanski am Dreh von «Venus in Furs»: Die USA wollen suchen den Regisseur weltweit. Keystone

Wegen einer mutmasslichen Vergewaltigung im Jahr 1977 fordert die USA von Polen die Auslieferung des Regisseurs. Roman Polanski wird per Interpol-Haftbefehl in 188 Ländern gesucht.

Veröffentlicht am 07.01.2015

Die USA haben Polen zur Auslieferung des französisch-polnischen Filmregisseurs Roman Polanski aufgefordert. Der Antrag ist die Folge einer von Polen im Oktober abgelehnten Forderung, den Filmemacher zu verhaften.

Ein entsprechender Antrag der Staatsanwaltschaft von Los Angeles sei der polnischen Justiz am 5. Januar übermittelt worden, sagte Mateusz Martyniuk, der Sprecher des polnischen Generalstaatsanwaltes, der Nachrichtenagentur AFP. Zuerst solle Polanski befragt werden. Jerzy Stachowicz, der Anwalt des Filmemachers bestätigte, der 81-Jährige habe Kenntnis vom Antrag.

Die US-Justiz wirft dem Oscar-Preisträger («The Pianist») die Vergewaltigung einer Minderjährigen Ende der 70er Jahre vor.

Festnahme abgelehnt

Der Antrag wurde an die Staatsanwaltschaft in Krakau weitergeleitet. Die Ankläger dort hatten erst im Oktober des letzten Jahres eine US-Forderung zur Festnahme des Regisseurs abgelehnt.

Allerdings wurde er verhört. Polanski, der eigentlich in Frankreich lebt, war damals für die Eröffnung eines Museums in seiner Heimatstadt Krakau. Auch im Februar und März wird er voraussichtlich für Dreharbeiten in Polen weilen.

42 Tage in Schweizer U-Haft

Polanskis Anwalt Jerzy Stachowicz sagte, man werde den Auslieferungsantrag anfechten. Martyniuk betonte, dass Polen seine Bürger üblicherweise nicht ausliefere.

Polanski hatte sich 1977 schuldig bekannt, mit einer Minderjährigen geschlafen zu haben. Er wurde in eine 90-tägige psychiatrische Untersuchung eingewiesen, aber bereits nach 42 Tagen wieder freigelassen.

Interpol-Haftbefehl in 188 Ländern

Daraufhin floh er aus den USA, die sich seither um seine Auslieferung bemühen. Ein Interpol-Haftbefehl gegen ihn ist in 188 Ländern gültig. Er kann sich aber frei zwischen der Schweiz, Frankreich und Polen bewegen.

Polanski wurde im Zusammenhang mit den Vorwürfen 2009 bei seiner Einreise in die Schweiz am Flughafen Zürich festgenommen. Anstatt den Preis für sein Lebenswerk am Zurich Film Festival (ZFF) entgegennehmen zu können, wurde er damals in Haft genommen, die anschliessend in Hausarrest umgewandelt wurde. Die Schweiz entschied sich, den Regisseur nicht auszuliefern.

(sda/gku)
 

Anzeige