Im Zuge der Spannungen durch die Ukraine-Krise machen sich Teile der polnischen Industrie unabhängiger von russischen Gaslieferungen. Sowohl der grösste Chemiekonzern des Landes, Grupa Azoty, als auch das Raffinerie-Unternehmen PKN Orlen erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie weniger Gas vom polnischen Gasversorger PGNiG beziehen.

Der Staatskonzern PGNIG erhält sein Gas fast ausschliesslich vom russischen Monopolisten Gazprom. Obwohl der Grossteil ihres Gases weiterhin aus Russland stammt, beziehen die zwei polnischen Konzerne nach eigenen Angaben nun vermehrt Lieferungen aus Deutschland.

Mehr als die Hälfte von Gazprom

Zudem setzt Polen auf Flüssiggas aus der Ostsee und die Liberalisierung des Gasmarktes. Nach Reuters-Berechnungen könnte der Anteil Russlands am polnischen Gasmarkt in den kommenden zwei Jahren auf bis zu 15 Prozent fallen.

Polen verbraucht rund 16 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Davon stammten im vergangenen Jahr 8,7 Milliarden Kubikmeter von Gazprom. Wieviel Geld Polen für das Gas an Russland zahlen muss, ist nicht bekannt. Händlern und Reuters-Berechnungen zufolge dürfte es aber mehr sein, als an den europäischen Spotmärkten verlangt wird.

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(reuters/gku)