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Polens Präsident will «fairen» Kurs zum Franken

Andrzej Duda: Er greift verschuldeten Polen unter die Arme. Keystone

In Polen wird der Wechselkurs zum Franken Spielball der Politik. Der Präsident will einen «fairen» Kurs bestimmen, damit Frankenkredite umgetauscht werden können. An der Börse tauchen die Bankaktien.

Veröffentlicht am 15.01.2016

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat einen Gesetzentwurf zur Umwandlung von in Schweizer Franken aufgenommenen Immobilienkrediten in die heimische Währung unterbreitet. Demnach sollen sie auf Basis eines «fairen Wechselkurses» auf die polnische Währung Zloty umgestellt werden können.

Das teilte sein Büro am Freitag mit. Einzelheiten des Vorschlags, mit dem sich nun das Parlament beschäftigen wird, wurden nicht genannt. Um für die betroffenen Institute die Kosten für diese Aktion zu begrenzen, soll die Banksteuer auf bis zu 20 Prozent gesenkt werden.

Polen verschuldeten sich massiv in Franken

Die Aktienkurse der betroffenen Geldhäuser fielen trotzdem. Die Papiere von Marktführer PKO BP gaben um 1,5 Prozent nach, die von BZ WBK verbilligten sich um 1,9 Prozent und die von mBank um 2,2 Prozent. Mehr als eine halbe Million Polen haben Hypothekenkredite in Schweizer Franken aufgenommen, da für diese geringere Zinsen fällig wurden. Auch in anderen Ländern wie Kroatien und Ungarn setzten Hauskäufer auf Frankenkredite.

Als die Schweizerische Nationalbank SNB vor einem Jahr die Kopplung an den Euro aufhob, verteuerte sich der Franken auf einen Schlag - und damit auch die Kreditrückzahlungsraten. Das brachte viele Polen in Zahlungsschwierigkeiten.

(reuters/mbü)

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