Im Schmiergeldskandal bei Spaniens regierender Volkspartei (PP) soll der seit gut einer Woche hinter Gittern sitzende Ex-PP-Schatzmeister Luis Bárcenas 43,25 Millionen Euro zahlen. Ermittlungsrichter Pablo Ruz ordnete am Nationalen Gerichtshof in Madrid die Zahlung einer entsprechenden Sicherheitsleistung an für den Fall, dass Bárcenas verurteilt wird und Schadenersatz leisten muss.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte Ruz die Inhaftierung des 55-jährigen Korruptionsverdächtigen wegen Fluchtgefahr angeordnet. Seitdem wartet der Angeklagte in der Haftanstalt Soto del Real rund 40 Kilometer nördlich von Madrid auf seinen Prozess.

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Bárcenas steht im Mittelpunkt einer Affäre um angebliche schwarze Kassen bei der Partei von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Dutzende Mitglieder der Parteiführung, darunter auch Rajoy, sollen jahrelang von Unternehmern Schwarzgelder erhalten haben. Der Regierungschef und andere ranghohe Parteimitglieder wiesen bisher alle Vorwürfe zurück.

48 Millionen in der Schweiz

Bárcenas, der sich zwischen 1991 und 2010 um die Finanzen der PP gekümmert hat, soll im Schmiergeldskandal eine Schlüsselrolle gespielt haben. Im Januar ermittelten Schweizer Behörden ausserdem, dass Bárcenas hierzulande über Schwarzgeldkonti mit rund 48 Millionen Euro verfügte. 

Ruz schreibt in seiner Anklageschrift, dass Luis Bárcenas die Konten in der Schweiz mit Kommissions-Geldern füllte, die er von Firmen für öffentliche Aufträge erhielt, die nun untersucht wurden. Als die Affäre 2009 bekannt wurde, begann Bárcenas, die Gelder aus der Schweiz abzuziehen.

(tno/chb/sda)