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Politskandal setzt Südkoreas Präsidentin unter Druck

Demonstranten in Seoul: Sie fordern den Rücktritt des Staatschefin. Keystone

Eine enge Freundin von Südkoreas Präsidentin ist verhaftet worden. Die Vertraute von Park Geun Hye wird der Korruption verdächtigt – die Affäre wird für die Staatschefin zum Problem.

Veröffentlicht am 01.11.2016

Südkoreas Staatsanwaltschaft hat Medienberichten zufolge eine Vertraute von Präsidentin Park Geun Hye wegen des Verdachts der Korruption und unbefugten Einmischung in die Regierungsgeschäfte festnehmen lassen. Es bestehe die Gefahr, dass Choi Soon Sil Beweismittel vernichten oder das Land verlassen könnte, zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag einen Ermittler. Die 60-Jährige habe bei einer Vernehmung die Vorwürfe bestritten.

Die langjährige Freundin Parks war am Montag bei der Staatsanwaltschaft in Seoul erschienen. Am Tag davor war sie nach einem Aufenthalt in Deutschland nach Südkorea zurückgekehrt.

Park in Bedrängnis

Durch die Affäre um ihre Freundin gerät die konservative Staatschefin zunehmend in Bedrängnis. Park wird vorgeworfen, Choi Einsicht in vertrauliche Regierungsdokumente und Mitsprache bei Personalentscheidungen ermöglicht zu haben, ohne dass die Freundin ein öffentliches Amt ausübte. Choi steht ausserdem im Verdacht, ihre Beziehung zu Park genutzt zu haben, um Spendengelder für die Gründung zweier privater Stiftungen einzutreiben.

Die Beziehungen der beiden Frauen reichen Jahrzehnte zurück. Choi ist die Tochter eines früheren Förderers der Präsidentin. Park hatte eingeräumt, während des Wahlkampfs und noch nach ihrem Amtsantritt 2013 die Hilfe Chois in Anspruch genommen zu haben. Am vergangenen Samstag forderten Tausende von Südkoreanern bei Protesten gegen die Regierung in Seoul den Rücktritt Parks.

(sda/mbü/me)

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