Am siebten Tag der Demokratie-Proteste in Hongkong ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Polizisten setzten am frühen Sonntagmorgen wieder Pfefferspray und Schlagstöcke ein, als sie von einer Gruppe Demonstranten im Viertel Mong Kok bedrängt wurden, wie AFP-Reporter berichteten.

Die Protestierenden warfen den Sicherheitskräften vor, mit Kriminellen zusammenzuarbeiten. Die jüngste Protestwelle startete vor einer Woche. Die überwiegend jungen Demonstranten fordern von China das Recht, den nächsten Regierungschef von Hongkong frei wählen zu können, was Peking verwehrt.

Tatlos gegen Schläger

Allerdings zeigten sich Studentenführer am Sonntagmorgen bereit zu neuen Gesprächen mit der Regionalregierung. Voraussetzung sei aber, dass diese Vorwürfe aufkläre, die Polizei habe Mitglieder der berüchtigten mafiösen Triaden-Banden zur Einschüchterung der Demokratiebewegung eingesetzt.

Demonstranten, Reporter und Abgeordnete hatten der Polizei übereinstimmend vorgeworfen, am Freitag nicht gegen die Angriffe von Schlägern auf friedliche Demonstranten eingeschritten zu sein. Daraufhin hatten die Studentenführer geplante Gespräche mit Hongkongs Verwaltungschef Leung Chun Ying zunächst abgeblasen.

(sda/me)

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