Ein französischer Polizist ist am Montagabend vor seiner Haustür in einem Pariser Vorort mit mehreren Messerstichen getötet worden. Der Angreifer, der sich nach der Tat in der Wohnung seines Opfers in Magnaville verschanzt habe, sei später von Mitgliedern einer Spezialeinheit erschossen worden, sagte ein Sprecher des französischen Innenministeriums dem TV-Sender BFM.

Die Sicherheitskräfte hätten nach der Erstürmung der Räume zudem die Leiche einer Frau gefunden. Ein dreijähriger Junge habe die Attacke überlebt. Die dem Islamischen Staat (IS) nahestehende Nachrichtenagentur Amaq berichtete später, dass die Extremistenmiliz hinter dem Angriff stehe. Frankreichs Präsident Francois Hollande will eine Sitzung am Dienstagmorgen einberufen.

Zu Anschlägen aufgerufen

Der IS hatte seine Anhänger zu Anschlägen in Europa und den USA während des Fastenmonats Ramadan aufgerufen. Der Ramadan begann Anfang Juni, nahezu parallel mit der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich. Wegen drohender Anschläge bei dem Grossereignis verlängerte Frankreich den Ausnahmezustand für zwei Monate.

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Vor sieben Monaten waren bei koordinierten Anschlägen auf Cafes und eine Konzerthalle in Paris über 100 Menschen ums Leben gekommen. Ziel war auch das Fussballspiel Frankreich-Deutschland. Die Extremisten konnten jedoch nicht in das Stadion eindringen, Sprengsätze wurden aber davor gezündet.

Warnung vor Anschlägen während EM

Der französische Geheimdienst hat bereits davor gewarnt, dass der IS sich für eine Welle von Bombenanschlägen auf Menschenmengen während der Fussball-Europameisterschaft rüstet. Die EM dauert bis zum 10. Juli. Zu den 51 Spielen in zehn Stadien werden mehr als 2,5 Millionen Besucher erwartet.

(reuters/cfr/me)