Portugal will zur Belebung der rezessionsgeplagten Konjunktur den heimischen Unternehmen Steueranreize bieten. Bei Firmeninvestitionen von bis zu 5 Millionen Euro seien Steuererleichterungen von 20 Prozent möglich, sagte Finanzminister Vitor Gaspar.

Er hoffe, dass damit das Investitionswachstum bereits im zweiten Halbjahr angekurbelt werden könne. Die Anreize sollen vor allem für kleine bis mittelständische Unternehmen gelten, die das Rückgrat der portugiesischen Wirtschaft bilden. Der Schritt sei ein Katalysator für das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

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Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte Gaspar am Mittwoch in Berlin technische Unterstützung der Staatsbank KfW beim Aufbau eines eigenen Förderinstituts zugesagt. Dieses soll ein wesentliches Instrument für Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in dem südeuropäischen Land werden.

Keine Gefahr für Sparziele

Portugal erhält vom Euro-Rettungsschirm EFSF und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) Finanzhilfen von insgesamt 79,5 Milliarden Euro. Es soll Mitte kommenden Jahres zurück an den Kapitalmarkt. In Folge der Strukturreformen ist das Wachstum zusammengebrochen und die Zahl der Arbeitslosen hochgeschnellt.

Gaspar sagte zudem, dass die Steueranreize nicht die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparziele in Gefahr brächten. Demnach muss in diesem Jahr das Haushaltsdefizit auf 5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung von 6,4 Prozent im vergangenen Jahr sinken.

(jev/vst/sda)