Im einstigen Euro-Krisenland Portugal hat Oppositionsführer António Costa davor gewarnt, die Griechen nach dem Nein im Referendum aus der Euro-Zone zu drängen. «Man muss die souveräne Entscheidung des griechischen Volkes respektieren», forderte der Chef der Sozialistischen Partei (PS) am Montag in Lissabon. Es sei «absolut inakzeptabel», die Ablehnung der Sparvorschläge als Wunsch der Griechen zu interpretieren, der Euro-Zone nicht mehr angehören zu wollen.

Im Einklang mit anderen linken Parteien in Portugal rief Costa den konservativen Ministerpräsidenten des Landes, Pedro Passos Coelho, ebenso wie die EU dazu auf, neue Wege zur Lösung der Finanzkrise zu suchen. Bei den Parlamentswahlen im Herbst will Costa als Spitzenkandidat der Sozialisten die Macht erringen und der strengen Sparpolitik in Portugal der vergangenen Jahre ein Ende setzen.

Keine Stellungnahme der Regierung

Die portugiesische Regierung gab auch am Montag keine Stellungnahme zum Ausgang des Referendums in Griechenland ab. Ministerpräsident Passos war am Sonntag zu einer Reise nach Guinea-Bissau aufgebrochen. Er hatte jüngst eingeräumt, niemand sei gegen die Folgen der Griechenland-Krise gewappnet. Sein Land werde aber «auf keinen Fall unvorbereitet erwischt werden».

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Portugal stand bis Mai 2014 drei Jahre unter dem EU-Rettungsschirm. 2011 war das Land von der EU und dem IWF mit einem 78 Milliarden Euro schweren Hilfspaket vor dem Bankrott bewahrt worden.

(awp/ise)