In Venezuela hat Amtsinhaber Hugo Chávez auf Basis erster offizieller Teilergebnisse die Präsidentenwahl gewonnen. Dies teilte die Wahlkommission am Sonntagabend mit. Chávez errang demnach 54 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer Henrique Capriles 45 Prozent.

90 Prozent der Stimmen waren bis zum Teilergebnis ausgezählt. Damit konnte sich der 58-jährige Sozialist überraschend deutlich gegen seinen 40-jährigen Herausforderer durchsetzen.

Der Oppositionspolitiker Capriles räumte seine Niederlage ein und gratulierte Chavez zum Wahlsieg. «Ich übersende ihm meine Glückwünsche», sagte er vor seinen Anhängern. Er sei dennoch stolz, dass ihm so viele Wähler ihre Stimme gegeben hätten. Die Anhänger von Chávez strömten in Caracas auf die Strassen, um den Sieg ihres Präsidenten zu feiern.

Umstrittener Verstaatlicher und US-Erzfeind

Damit kann Chávez für weitere sechs Jahre im Amt bleiben, vorausgesetzt seine Gesundheit spielt mit. Er hatte sich unlängst wegen Krebs behandeln lassen.

Wegen der hohen Wahlbeteiligung von bis zu 75 Prozent dauerte die Auswählung länger als üblich. Es gab Befürchtungen, dass ein sehr knappes Wahlergebnis Proteste auslösen könnte. Chávez hatte bei seiner Stimmabgabe versprochen, das Ergebnis zu akzeptieren und an die Opposition appelliert, dies ebenfalls zu tun.

Mit seiner Verstaatlichungspolitik hat Chávez nach 14 Jahren an der Macht die Bevölkerung gespalten. Auf der internationalen Bühne ist der ehemalige Offizier zu einem der umstrittensten Politiker geworden.

Bei jeder Gelegenheit stilisiert er sich als Kämpfer für die Unterdrückten, sein Image als Erzfeind der USA pflegt er mit Leidenschaft. So beschimpfte Chavez George W. Bush in der UNO-Vollversammlung als Teufel.

Ungeachtet dessen sind die Vereinigten Staaten immer noch der wichtigste Käufer von venezolanischem Öl. Mit den Petro-Dollars finanziert Chavez wiederum einen Grossteil seiner Sozialprogramme.

(tke/aho/sda)

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