Eine Vermarktungsgesellschaft bietet 730 Immobilien des italienischen Staates an, darunter einen Militärstützpunkt in der Lagune von Venedig, aus dem ein Luxusresort entstehen soll. Insgesamt verwaltet die staatliche Immobilienbehörde «Demanio» ein 56 Milliarden Euro schweres Portfolio. Dazu gehören unter anderem Kasernen, historische Paläste und Häfen, deren Verkauf in der Vergangenheit bereits mehrfach gescheitert ist.

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Jetzt will das Verteidigungsministerium der Veräusserung seines Tafelsilbers neue Impulse verleihen und sich die Instandhaltung teurer Immobilien ersparen, die oft verlassen sind, oder nur minimal genutzt werden. Eingerichtet wurde eine Gesellschaft «Difesa Servizi», die sich mit der Vermarktung von 730 Immobilien im Besitz des Verteidigungsministeriums befasst. Zahlreiche Objekte in privilegierten Lagen werden angeboten.

Luxusresort vor den Toren Venedigs

Zu ihnen zählt der Militärstützpunkt auf der Isola Delle Vignole im Herzen der Lagune Venedig, die nur zehn Bootsminuten von der Insel Giudecca entfernt liegt. Der Militärstützpunkt aus 30 Immobilien diente als Basis für die «Lagunari», eine Truppe mit Amphibienfahrzeugen.

Ende Juni soll der Wettbewerb für die 50-jährige Nutzung des Areals ausgeschrieben werden. Der Stützpunkt in Vignole, der Ende des 19. Jahrhunderts als Schule zur Ausbildung von Piloten der Luftwaffe genutzt wurde, soll in ein Luxusressort umgewandelt werden.

Zu den angebotenen Objekten zählt auch der frühere Wasserflughafen in Desenzano am Gardasee. Das 41'000 Quadratmeter grosse Gelände liegt direkt am Seeufer in einem grünen Areal, das als Park der Gemeinde Desenzano dient und nur einen Kilometer vom Zentrum der Ortschaft entfernt liegt.

«Wir suchen nach Interessenten, die die Immobilien des Wasserflughafens touristisch nutzen und zugleich das Gebiet vom kulturellen und historischen Aspekt aus gesehen verwerten können», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

In der ligurischen Hafenstadt La Spezia soll eine ehemalige Schiffswerft in ein wissenschaftliches Zentrum umgewandelt werden. In den 3000 Quadratmeter grossen Lagerhallen will man die Forschungslabors einer Universität unterbringen.

Marine-Museum privatisiert

Das Verteidigungsministerium bemüht sich auch stark um Kostenreduzierung. So wurde das Museum der Militärmarine in Venedig einer privaten Gesellschaft anvertraut, die es nach effizienten Standards betreibt und für zusätzliche Einnahmen sorgt.

Das Verteidigungsministerium will sein Immobilienvermögen auch im Ausland anbieten. So beteiligte sich die Gesellschaft "Difesa Servizi" an der internationalen Immobilienmesse MIPIM in Cannes. Einem Fachpublikum aus internationalen Immobilieninvestoren wurden die Gelegenheiten auf dem italienischen Markt vorgestellt.

(sda/chb)