Wäre es zielführend, eine persönliche, strafrechtliche Haftung der Bank-CEOs für die Verfehlungen ihrer Unternehmen einzuführen, damit Gesetzesbrüche eingedämmt werden können? Diese Frage stellt das Fachmagazin «Schweizer Bank» den beiden Politikern Susanne Leutenegger Oberholzer (SP) und Ruedi Noser (FDP) in der neuen Ausgabe. Gegensätzlicher könnten die Antworten kaum ausfallen:

Ruedi Noser, Ständerat FDP:

– Eine strafrechtliche Haftung ist nicht zielführend, da ein CEO bereits heute die Verantwortung für sein Unternehmen übernehmen muss.

– Falls ein Unternehmen wirtschaftlich nicht erfolgreich ist, muss ein CEO in letzter Konsequenz zurücktreten.

– Statt Sündenbockpolitik zu betreiben, sollte die wirtschaftliche Haftung spielen können.

– Weil gerade ausländische Urteile politisch motiviert sein können, dürfen diese nicht unbesehen noch zusätzlich verschärft werden.

Susanne Leutenegger Oberholzer Nationalrätin SP:

– Top-Bankmanager, die Millionen an Boni kassieren, sollen für ihre Fehler haften. Das Strafrecht eignet sich jedoch nur bedingt, weil der Vorsatz kaum nachweisbar ist.

– Wichtig ist ein besserer Schutz der betriebsinternen Whistleblower.

– Wirksam sind persönliche Sanktionen wie Berufsverbote. Dazu braucht es eine starke und unabhängige Finma.

– Vereinfacht werden, muss die Durchsetzung der zivilrechtlichen Verantwortlichkeit: Aktionärsrechte, Klagemöglichkeiten und schärfere Sanktionen.