Von Zürich aus ist München mit dem Zug in 4 Stunden und 11 Minuten zu erreichen. Obwohl die beiden Städte «nur» 300 km auseinander liegen. Grund dafür ist die Bahnstrecke im Allgäu. 155 Kilometer von Lindau bis Geltendorf ist Zugfahren mit Dieselloks wie zu Opas Zeiten angesagt.

Dem sollte bis 2017 mit einer Elektrifizierung und einem Ausbau Abhilfe geschaffen werden. Doch wie «Tagesanzeiger.ch» heute berichtet, hat die Deutsche Bahn (DB) den Termin jetzt um zwei weitere Jahre verschoben.

Konsternation beim BAV

Beim Bundesamt für Verkehr (BAV) rieben sich die Verantwortlichen verwundert die Augen. Wie BAV-Informationschef Gregor Saladin auf Anfrage von «Handelszeitung Online» sagte, habe der DB-Chef noch in einem Schreiben Ende Juli die Inbetriebnahme der Strecke 2017 bestätigt.

«Das haben wir so nicht erwartet, der Überraschungseffekt war gross», sagte Saladin.

Finanzierungsvereinbarung sagt 2016

Die Schweiz hat mit der Deutschen Bahn eine Finanzierungsvereinbarung, gemäss derer sich die Schweiz mit 50 Millionen Euro an den Ausbaukosten beteiligt. Noch ist kein Geld geflossen.

Laut Saladin will das BAV jetzt mit einem Schreiben an den DB-Chef intervenieren und auf eine Umsetzung bis 2016 pochen. «Wie werden darauf bestehen, dass die Strecke so rasch wie möglich in Betrieb geht», gibt sich Saladin kämpferisch.

Interesse am Ausbau der Strecke hat auch das Bundesland Bayern. Die vorgesehenen Mehrkosten des Ausbaus von rund 90 Millionen Euro will der Freistaat Bayern bezahlen.

Wie die SBB gegenüber «Tagesanzeiger.ch» sagte, wollen sie die Strecke zwischen Zürich und München nach dem Ausbau im Zwei-Stunden-Takt befahren.