Die SVP macht mobil gegen das Schweizer Universitätssystem. Fraktionschef Adrian Amstutz ärgert sich darüber, dass in der Schweiz «viel zu viele Psychologen, Ethnologen, Soziologen, Historiker und Kulturwissenschaftler ausgebildet werden». Deshalb will die Volkspartei die Zahl der Geistes- und Sozialwissenschaftler in der Schweiz «so schnell wie möglich halbieren», so Amstutz gegenüber dem «Blick».

2013 belegten demnach fast 45'000 Studenten Studiengänge in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Diese Zahl soll sinken. Das sagte jüngst auch SVP-Parteipräsident Toni Brunner im Interview mit handelszeitung.ch. «Wenn es zu wenige Ärzte oder Ingenieure gibt, müssen wir vielleicht über einen Numerus Clausus bei Psychologen, Politologen oder solchen Studiengängen sprechen, die zum Schluss nur noch mehr Schmetterlingszähler produzieren», sagt er.

Brunner: Personalabbau für den Staat

Amstutz sieht laut Bericht jetzt ebenfalls einen Numerus Clausus (NC), also die Beschränkung der Zulassung zu diesen Studiengängen, als sinnvollste Lösung an. «Es ist schliesslich auch Studenten gegenüber unfair, wenn sie sich Mühe geben und nach dem Abschluss auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht gebraucht werden», wird er zitiert.

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Im Interview mit handelszeitung.ch verwies Parteipräsident Brunner darauf, dass man die Einwanderung im Interesse der Gesamtwirtschaft steuern wolle. Deshalb müsse auch in der Schweiz «einiges» verbessert werden. «Wenn man dem Staat dazu noch einen Anstellungsstopp – oder noch besser: einen Personalabbau – verordnen würde, wäre auf einmal ein grösseres Fachkräfte-Potenzial für die Wirtschaft frei», so Brunner.

Economiesuisse gegen politischen NC

Die SVP steht mit dieser Forderung nicht ganz alleine da. Auch in der Wirtschaft gab es bereits Stimmen für eine Zulassungsbeschränkung für einige Studiengänge, bestätigt Heinz Karrer, Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse, gegenüber dem «Blick». Der Verband sei aber gegen einen politischen NC. Nötig sei dessen Abschaffung im Bereich Medizin. «Das wäre zwar teuer, aber eine wichtige Investition in die Zukunft.»