In Argentinien haben zehntausende Menschen gegen die Regierung von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner protestiert. Die Kundgebungen richteten sich vor allem gegen Korruption, Inflation und eine weitere Kandidatur der Staatschefin bei den Wahlen 2015.

Die Präsidentin war vor einem Jahr mit 54 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Allein in der Hauptstadt Buenos Aires seien insgesamt 700'000 Menschen auf die Strasse gegangen, berichtete die Zeitung «Clarín» gestützt auf Angaben der Stadtregierung, die der Opposition angehört.

Die staatliche Nachrichtenagentur Télam schätzte dagegen die Zahl der Teilnehmer an der Hauptdemonstration im Zentrum von Buenos Aires auf rund 80'000 Menschen.

Ja zur Demokratie, Nein zur Wiederwahl

Die Demonstranten zogen durch die Strassen von Buenos Aires und anderer grosser Städte und trommelten auf Kochtöpfe. Dabei riefen sie «Ja zur Demokratie, Nein zur Wiederwahl». Argentinier im Ausland schlossen sich den Protesten an und demonstrierten beispielsweise in New York, Washington, Paris, Rom und London.

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Kirchner war 2007 als Nachfolgerin ihres inzwischen verstorbenen Mannes Néstor Kirchner zur Präsidentin gewählt und im vergangenen Jahr mit 54 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Nach zwei Amtszeiten dürfte sie nach argentinischem Recht bei der Wahl 2015 nicht noch einmal antreten.

Ihre Partei will aber mit einer Verfassungsänderung erreichen, dass sie für eine dritte Amtszeit kandidieren kann. Umfragen zufolge lehnen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung den Vorschlag ab. Kirchners Popularität ist seit ihrer Wiederwahl deutlich gesunken und liegt derzeit nur bei 30 Prozent.

(sda/jev/aho/chb)