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Punk-Rockerinnen: Wegen Anti-Putin-Demo hinter Gittern

Sie nahm ihre Bürgerrechte wahr, nun drohen ihr sieben Jahre Haft: Nadezhda Tolokonnikova. (Bild: Keystone)

Drei russische Punk-Rockerinnen der Band Pussy Riot müssen wegen ihrer Protestaktion gegen Präsident Wladimir Putin weiter in Haft bleiben. Ein Moskauer Bezirksgericht ordnete an, sie in Gewahrsam zu

Veröffentlicht am 20.06.2012

Drei junge russische Musikerinnen müssen für ihren zivilen Protest bitter büssen. Den drei Frauen wird vorgeworfen, mit zwei anderen Band-Kolleginnen am 21. Februar mit grellbunten Masken und Miniröcken bekleidet die Kanzel der Orthodoxen Erlöserkirche zu Moskau gestürmt zu haben. Nach Gerichtsangaben skandierten sie dabei «Mutter Maria, treibe Putin davon!»

Ein Video des Auftritts im Heiligtum der orthodoxen Kirche sorgte landesweit für Aufsehen. Den Frauen drohen wegen Randalierens bis zu sieben Jahre Haft.

Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich am Mittwoch Dutzende Unterstützer der Band zu einer regimekritischen Kundgebung. Dabei kam es zu Zusammenstössen mit Kirchenanhängern. Mindestens fünf Personen wurden verhaftet.

Die russisch-orthodoxe Kirche unter Führung des Patriarchen Kirill steht in der Kritik, mit Hilfe des Kreml hier ein Verfahren wegen Gotteslästerung zu inszenieren. Es ist nicht der erste Fall, in dem Künstler wegen ihrer Kritik an der engen Verbindung zwischen Staat und Kirche in Russland verfolgt werden.

Kirchenvertreter hatten eine harte Strafe wegen Verletzung religiöser Gefühle gefordert. Viele Gläubige warnen hingegen vor Rachegelüsten und erinnerten daran, dass Christen eine Pflicht zum Vergeben hätten. Sie baten den Patriarchen mit einer Unterschriftenaktion um Gnade.

(chb/sda)

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