Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Entsendung von Truppen in den Osten der Ukraine durch die Führung in Kiew als schweres Verbrechen kritisiert. Stattdessen hätte die Regierung den Dialog mit der russisch-sprachigen Bevölkerung dort suchen müssen, sagte Putin in einer Fernsehinterview.

Die Führung in Kiew stürze das ganze Land in den Abgrund. Zugleich wies er den Vorwurf zurück, russische Soldaten seien im Osten der Ukraine zugange. Dies sei Unsinn. «Es gibt keinerlei russische Einheiten in der Ukraine - keine Spezialkräfte und keine Ausbilder», sagte der Präsident. Allerdings habe Russland das Recht, Militär in der Ostukraine einzusetzen. Er hoffe, von diesem Recht keinen Gebrauch machen zu müssen und dass die Krise mit politischen und diplomatischen Mitteln beigelegt werde.

Hoffnungen liegen auf Genfer Gespräche

Putin unterstrich die Bedeutung des Krisentreffens in Genf. «Der Beginn der Gespräche heute ist sehr wichtig, weil es wichtig ist, dass wir zusammen über einen Ausweg aus der Situation nachdenken», erklärte der Präsident. An dem Treffen nehmen die Aussenminister Russlands, der Ukraine und der USA sowie die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton teil.

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Es sind die ersten direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine auf Aussenministerebene seit Beginn der Krise. Der Westen hegt Hoffnungen darauf, dass es nicht bei einem einzigen Treffen bleiben könnte, sondern sich die Gespräche verstetigen lassen. Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier hatte immer wieder die Einrichtung eines solchen Formats gefordert, um einen Rahmen zur Beilegung des Konflikts zu schaffen.

Die Führung in Kiew müsse Garantien für die russischsprachigen Regionen des Landes geben, sagte Putin. Er sei hoffnungsvoll, dass eine Kompromisslösung in der Ukraine gefunden werden könne. Die Bemühungen um eine Lösung müssten aber aus der Ukraine kommen, nicht von Russland oder den USA.

(reuters/dbe/vst)