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Wohnungen
Putin lässt tausende Plattenbauten abreissen

Moskauer Wohnhaus im Stil der 1960er Jahre: Diese Gebäude sollen weg. Keystone

5000 Wohnhäuser aus den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg sollen in Moskau abgerissen werden. Doch es gibt Widerstand. Viele Bewohner hängen an ihren alten Wohnungen.

Veröffentlicht am 02.07.2017

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Samstag ein umstrittenes Gesetz über den Abriss alter Plattenbauten in der Hauptstadt Moskau in Kraft gesetzt. In dem Umbauprogramm sollen bis zu 5000 Wohnhäuser aus den Nachkriegsjahrzehnten abgerissen werden, bis zu einer Million Menschen sollen neue Wohnungen erhalten.

Das Gesetz für diese Pläne von Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte im Juni das Parlament passiert. Nach mehreren Protestdemonstrationen mit Tausenden Teilnehmern wurden die Mitspracherechte der Bewohner im Gesetz etwas gestärkt.

Enteignungen befürchtet

Viele fürchten eine zwangsweise Enteignung, bei der sie aus innenstadtnahen, grünen Vierteln in Hochhausviertel am Rand Moskaus umgesiedelt werden.

Mit den fünf- oder siebenstöckigen industriell gefertigten Häusern linderte die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg die schlimmste Wohnungsnot.

«Chruschtschowki» heissen die Plattenbauten nach dem damaligen Parteichef Nikita Chruschtschow. Doch so schlecht die Bauqualität ist, hängen heute viele Moskauer an diesen Wohnungen. Durch die Privatisierung sind sie ausserdem Eigentümer geworden.

Gut für die Bauwirtschaft

Die Stadt argumentiert, dass die neuen Wohnungen grösser, besser und billiger werden. Das milliardenschwere Programm soll auch der Moskauer Bauwirtschaft neuen Auftrieb geben.

(sda/gku)

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