Die israelische Luftwaffe hat am Donnerstag wieder Ziele im Gazastreifen angegriffen und dort nach Angaben von Einheimischen 15 Menschen verletzt. In Südisrael schlugen nach Militärangaben 14 Raketen aus dem Gazastreifen ein. Dabei seien zwei Wohnhäuser in Sderot getroffen worden. Opfer habe es nicht gegeben.

Zuvor warfen im Stadtteil Silwan Demonstranten Molotow-Cocktails auf die Häuser jüdischer Bewohner, wie die Zeitung «Haaretz» berichtete. Israelische Kampfflugzeuge flogen in der Nacht Angriffe auf 15 Ziele der radikalislamischen Hamas. Darunter seien gemäss Angaben der israelischen Streitkräfte auch versteckte Raketenabschusseinrichtungen und Waffenlager gewesen.

Mehrere Luftangriffe im Gazastreifen

Palästinensische Augenzeugen berichteten von heftigen Explosionen im Gazastreifen und sprachen von mehr als zehn Luftangriffen. Etwa zehn Verletzte seien in Spitäler gebracht worden. Es seien Gebäude beschädigt worden. Vorausgegangen waren Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels. Dabei wurden nach israelischen Medienangaben in Sderot unter anderem zwei Häuser getroffen.

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Am Mittwoch war in einem Wald bei Jerusalem die Leiche des 16-jährigen Mohammed Abu Chedair gefunden worden. Danach kam es im arabischen Ostteil Jerusalems zu schweren Ausschreitungen. Israelische Medien sprachen von möglicher Rache rechtsgerichteter Israelis für den gewaltsamen Tod von drei verschleppten jüdischen Jugendlichen.

13 Festnahmen im Westjordanland

Israel setzte in der Nacht die Suche nach den Mördern der drei israelischen Jugendlichen fort. 13 Personen wurden im Westjordanland festgenommen, wie eine Armeesprecherin bestätigte. Ausserdem wurden zwei der Hamas nahe stehende Organisationen durchsucht.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Mord an dem jungen Palästinenser. Die Verantwortlichen müssten sobald wie möglich zur Rechenschaft gezogen werden, forderte Ban laut Mitteilung am Mittwoch in New York. Der Familie des Opfers sprach Ban sein Beileid aus. Er rief sowohl Israel als auch Palästinenser zur Zurückhaltung in dem Konflikt auf, damit nicht noch mehr Tote zu beklagen seien.

Demonstrationen auch in Jerusalem

In Jerusalem demonstrierten rund tausend Menschen gegen Gewalt und Rassismus. «Juden und Araber werden in diesem Land zusammenleben müssen», sagte Isaak Herzog, Fraktionschef der oppositionellen Arbeitspartei, bei der Kundgebung, wie die israelische Zeitung «Haaretz» am Mittwochabend berichtete.

Extremisten beider Seiten versuchten, das Land in eine Spirale der Gewalt zu ziehen. Aber die Mehrheit der jüdischen und arabischen Gesellschaft will in Frieden leben.

(reuters/sda/lur)