Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hält eine Einführung des automatischen Informationsaustauschs auch im Inland für unausweichlich. «Es wird nicht machbar sein, ein internationales Konzept wie den automatischen Informationsaustausch in der Schweiz nicht anzuwenden», sagt Vincenz im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

«Die Schweiz darf auch für Schweizer kein Hort für unversteuertes Geld sein.» Die finanzielle Privatsphäre müsse aber geschützt bleiben. Vincenz sagt, er gehe davon aus, dass bei den Banken noch einiges Geld von Inländern liege, auf das in der Vergangenheit keine Steuern gezahlt worden sei.

Idee stösst in der Politik auf breite Ablehnung

Um das zu ändern, müsse über Amnestien oder Selbstanzeigen diskutiert werden. Angesichts des internationalen Trends zur Steuertransparenz hat in der Schweiz eine Debatte begonnen, ob das Bankgeheimnis auch im Inland aufgeweicht werden soll. Die Idee stösst in der Politik bisher auf breite Ablehnung.

Dennoch erwartet auch PwC-Bankenexperte Roman Berlinger Veränderungen. Er weist in der «NZZ am Sonntag» darauf hin, dass durch den automatischen Informationsaustausch Steuerbehörden künftig Informationen über Vermögen von Schweizern im Ausland erhalten werden. Sollten sie diese verwenden, ohne auch im Inland auf entsprechende Angaben zugreifen zu können, wäre dies eine «schwer verständliche Ungleichbehandlung».

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(vst)