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Raubkopien: Verein Musikschaffende schiesst scharf

Sunrise unterstütze Raubkopien, legt der Verein Musikschaffende nahe. (Bild: ZVG)

Der Verein Musikschaffende hat eine neue Kampagne gestartet. Darin legt er nahe, Schweizer Firmen würden Piraterie unterstützen - etwa Sunrise und Swisscom. Diesen Vorwurf lassen sich die Firmen nicht

Von Christian Bütikofer
am 13.09.2012

Der Verein Musikschaffende Schweiz hat eine neue Kampagne gestartet: «Schweizer Unternehmen sponsoren die Internet Piraterie».

Prominent platziert: Werbung der Telekomfirma Sunrise. Damit legt der junge Verein nahe, Sunrise würde Piraterie «sponsern».

Verschiedene Blog-Einträge des Vereins suggerieren, dass man auf diesen Webseiten mit einem Klick Songs, auch von Schweizer Musikschaffenden, kostenlos downloaden könne. Songs, für die man sonst etwas bezahlen müsste.

Interessant ist, wen der Verein Musikschaffende aufs Korn nimmt: Sunrise ist bekannt als Sponsor von Musikevents, etwa dem Blue Balls Festival. Neben Sunrise kommen auch andere Schweizer Firmen wie Swisscom an die Kasse. Auch sie ist bekannt als nicht unwesentlicher Sponsor von heimischem Musikschaffen, etwa dem Gurten Festival.

Sunrise und Swisscom bestimmen Werbeplatz nicht

Auf Anfrage von «Handelszeitung Online» sagte Sunrise-Mediensprecherin Frida Hirt: «Sunrise distanziert sich von der Unterstellung durch den Verein Musikschaffende, Musik-Piraterie im Internet durch Sponsoring zu fördern. Sunrise legt grossen Wert auf die Achtung der Urheberrechte und betreibt auch ein eigenes Online-Musikangebot. Bei der in der Illustration gezeigten Sunrise-Anzeige handelt es sich um eine Anzeige, die über eine Werbefirma platziert wurde. Wie andere Firmen bestimmt auch Sunrise nicht die einzelnen Webseiten, auf denen Banner angezeigt werden. Wir werden umgehend mit unseren Anzeigenpartnern Kontakt aufnehmen, um Massnahmen zu ergreifen, Banner-Platzierungen auf möglicherweise fragwürdigen Webseiten zu vermeiden.»

Bei den vom Verein Musikschaffende monierten Sunrise-Banner soll es sich nicht um Google-Ads handeln. Die Telekomfirma klärt den Sachverhalt momentan noch ab.

Eine Nulltoleranz für Piraterie hat auch die Swisscom. So sagt Pressesprecher Sepp Huber: «Wir platzieren keine Werbung auf Seiten mit illegalen Inhalten. Dies sichern uns die entsprechenden Mediaagenturen (die den Werberaum buchen) zu. In Einzelfällen können Fehler leider nicht ausgeschlossen werden. Wenn wir Hinweise auf Verstösse haben, gehen wir diesen sofort nach.»

Die Redaktion stellte auch Orange die gleichen Fragen, wie den Telcos Sunrise und Swisscom. Eine Antwort der zuständigen Medienabteilung blieb bis Freitag abend aus.

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