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Staatskrise
Regierungsbildung in Ägypten gescheitert

Mohamed El Baradei: Er scheiterte am Widerstand der Islamisten. (Bild: Keystone)

Mohamed El Baradei sollte Ägypten in die Zukunft führen. Weil sich islamische Kräfte jedoch gegen den Friedensnobelpreisträger aussprachen, ist die Regierungsbildung vorerst gescheitert.

Veröffentlicht am 07.07.2013

Die Bildung einer neuen Regierung in Ägypten ist vorerst gescheitert. Es sei noch kein Regierungschef ausgewählt worden, sagte ein Sprecher des neu eingesetzten Präsidenten Adli Mansur in der Nacht zu Sonntag.

Zuvor hatten zahlreiche Insider gesagt, der liberale Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei soll die Übergangsregierung führen. Seine Nominierung scheiterte aber offenbar am Widerstand islamischer Kräfte. Die neue Regierung soll früheren Angaben zufolge eigentlich in einer möglichst kurzen Übergangszeit die von den Militärs ausgesetzte Verfassung überarbeiten und die Neuwahl von Präsident und Parlament vorbereiten.

Kann Land geeint werden?

Am Mittwoch hatte die Armee den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt. Es wurde eine zu starke Islamisierung des Landes befürchtet. Die schwierige Regierungsbildung zeigt nun aber, wie schwer es sein wird, das tief gespaltene Land zu einen. Am Freitag waren bei Strassenschlachten von Anhängern und Gegnern Mursis mindestens 35 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden.

Das US-Verteidigungsministerium betonte, es müsse einen friedlichen Übergang in Ägypten geben. Die Muslimbrüder, deren führende Köpfe wegen Anstiftung zu Gewalt festgenommen wurden, riefen unterdessen zu neuen Protesten am Sonntag auf.

(muv/reuters)

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