Im Kampf um die Nachfolge des zurücktretenden Basler CVP-Regierungsrats Carlo Conti kommt es zu einer zweiten Runde. Im ersten Wahlgang haben alle Kandidierenden das absolute Mehr verfehlt. Das beste Resultat erzielte CVP-Kandidat Lukas Engelberger, der als Favorit gilt.

Bei einer Wahlbeteiligung von 44,6 Prozent erhielt Engelberger 18'873 Stimmen. Das absolute Mehr von 24'268 Stimmen verfehlte er damit um 5395 Stimmen. Das Ergebnis entspreche seinen Erwartungen, sagte Engelberger auf Anfrage der sda. Mit einem zweiten Wahlgang habe er angesichts von vier Kandidaturen rechnen müssen.

Auf Rang zwei folgt mit 16'018 Stimmen Martina Bernasconi von den Grünliberalen vor SVP-Kandidat Eduard Rutschmann mit 8111 Stimmen. Der fraktionslose Grossrat Eric Weber musste sich mit 2061 Stimmen zufrieden geben.

Schon Conti erst in der zweiten Runde gewählt

Dass Engelberger im ersten Wahlgang am meisten Stimmen erhielt, war zu erwarten. Immerhin wurde der 39-jährige Parteipräsident, Grossrat und promovierte Jurist nicht nur von der FDP und der LDP unterstützt, sondern auch von etlicher SP-Prominenz.

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Nun dürfte es Engelberger gleich gehen wie seinerzeit seinem scheidenden Parteikollegen: Auch Gesundheitsdirektor Carlo Conti schaffte den Einzug in die Regierung vor 14 Jahren erst in der zweiten Runde. Und für diese sei er zuversichtlich, sagte Engelberger. Der zweite Wahlgang, der auf den 22. Juni angesetzt ist, werde vorab zu einer Mobilisierungsfrage.

GLP-Kandidatin «überwältigt»

Ebenfalls zum zweiten Wahlgang antreten wird Martina Bernasconi, die im ersten Wahlgang besser abgeschnitten hatte als erwartet. Die 49-jährige Grossrätin, Lehrerin und Philosophin, die im Jahr 2000 schon einmal auf der Frauenliste für die Regierung kandidiert hatte, zeigte sich «überwältigt und richtig glücklich» über ihr Abschneiden.

Die Grünliberale war ohne offiziellen Sukkurs anderer Parteien angetreten. Das rot-grüne Lager verzichtete auf eine Wahlempfehlung. Nur vereinzelte Exponentinnen unterstützten Bernasconi.

Ihre vielen Stimmen führt Bernasconi unter anderem darauf zurück, dass viele Frauen mehr als nur eine Frau in der siebenköpfigen Basler Regierung wollen. Für die zweite Runde rechnet sie mit noch mehr Stimmen aus dem links-grünen Lager.

SVP entscheidet nach Verhandlungen

SVP-Kandidat Eduard Rutschmann ist mit seinem Resultat zufrieden, es liege im Rahmen der Erwartungen. Ob der 60-jährige Grossrat und pensionierte Grenzwächter sich zurückzieht und seine Partei die CVP unterstützt, hänge von den Verhandlingen mit den andern bürgerlichen Parteien und namentlich der CVP ab. Dies sind für Anfang Woche geplant.

Bei diesen Gesprächen geht es laut Rutschmann um eine gemeinsame bürgerliche Strategie für die Gesamterneuerungswahlen von 2016. Ziel sei es, die rot-grüne Mehrheit in der Regierung zu knacken und der SVP als grösster bürgerlicher Partei endlich zu einem Sitz in der Basler Regierung zu verhelfen. Derzeit setzt sich die Exekutive aus drei SP-Exponenten und je einem Vertreter von CVP, Grünen, FDP und LDP zusammen.

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Die Ersatzwahl ist nötig geworden, weil Gesundheitsdirektor Carlo Conti im Januar wegen finanziellen Unkorrektheiten überraschend den Rücktritt angekündigt hatte. Der 60-Jährige verlässt diesen Sommer die Regierung des Stadtkantons als amtsältestes Mitglied. Landesweit bekannt geworden ist Conti als Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz.

(sda/vst)