Soll die Zahl der Steuerkommissäre in der Schweiz erhöht werden, um so mehr Steuersünder zur Strecke zu bringen? Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut GFS aus Zürich über 1000 Schweizern in einer repräsentativen Umfrage.

Das Ergebnis ist eindeutig - zumindest unter den Reichen: Die grosse Mehrheit der Gutverdiener lehnt diese Idee ab. Insgesamt 57 Prozent der Befragten mit einem Haushaltseinkommen von über 12'000 Franken im Monat sprechen sich gegen zusätzliche Steuerkommissäre aus. Nicht mal ein Drittel der Schweizer mit hohen Einkommen ist dafür. «Die Ablehnung ist in dieser Einkommensgruppe ganz massiv - und weit höher als bei allen anderen Gruppen», sagte Martin Abele, Leiter der Studie, gegenüber handelszeitung.ch. 

Für ihn ist dieser Befund in gewisser Weise nachvollziehbar, denn: «Das ist diejenige Bevölkerungsgruppe, die bei schärferen Kontrollen auch am meisten zu verlieren hätte.»

Geringverdiener sprechen sich für mehr Steuerkommissäre aus

Zum Vergleich: In der Einkommensgruppe von 6'000 bis 9'000 Franken monatlich spricht sich eine leichte Mehrheit von 51 Prozent für zusätzliche Steuerkommissäre aus, um Steuerschlupflöcher zu stopfen. Hier liegt der Anteil der Ablehner bei 44 Prozent.

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Am eindeutigsten ist die Akzeptanz für zusätzliche Steuerkommissäre bei Geringverdienern: Bei 53 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen bis 4'000 Franken findet der Vorschlag Zuspruch. 39 Prozent lehnen ihn ab. Über alle Einkommensgruppen ist die Schweizer Bevölkerung übrigens gespalten: 46 Prozent sagten demnach ja oder eher ja zu dem Vorstoss, 47 Prozent nein oder eher nein. 6 Prozent sind unentschieden.

Parteisympathie spielt keine Rolle, dafür das Geschlecht

«Dabei spielt die Parteisympathie in dieser politischen Frage jedoch keine Rolle», sagte Abele. Zudem gebe es Geschlechterunterschiede: So befürworten Frauen die Erhöhung der Zahl der Steuerkommissäre, während diese Massnahme von Männern mehrheitlich abgelehnt wird. Schliesslich sinkt die Zustimmung auch, je höher der Bildungsstand einer Person ist.

Desweiteren brachte die Umfrage ans Licht, dass nach Ansicht der Befragten ein Viertel der Schweizer Bevölkerung beim Ausfüllen der Steuererklärung schummelt. Immerhin 60 Prozent finden es jedoch schlimm, wenn die Erklärung nicht korrekt ausgefüllt wird.