Die Schwarzgeldaffäre der UBS mit den US-Steuerbehörden bewegt Hunderte reiche Amerikaner zur Aufgabe ihrer US-Staatsangehörigkeit. Seit 2008 versiebenfachte sich die Anzahl jener, die ihren US-Pass abgaben. 2008 waren es 235 Personen, letztes Jahr zählten die amerikanischen Botschaften 1780 Bürger, die nichts mehr von den USA wissen wollen, schreibt «Bloomberg».

Botschaft in Bern muss umdisponieren

Die Nachrichtenagentur bezieht sich dabei auf Angaben aus staatlichen Quellen. Die US-Botschaft in Bern habe extra Personal von anderen Aufgaben abgezogen, um die Passabgabewilligen zu betreuen, berichtet die Nachrichtenagentur.

Die Zahlen seien in der Schweiz höher, weil Amerikaner in der Schweiz von den US-Steuerbehörden besonders genau geprüft würden, meinte Martin Naville von der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer gegenüber «Bloomberg».

Gibt ein Amerikaner seinen Pass ab, muss er sich in der Botschaft einem zehnminütigen Prozedere unterziehen. Dabei wird man gefragt, ob man die Staatsaufgabe freiwillig mache und sich über die Konsequenzen bewusst sei. Etwa, dass man dann nicht mehr unter dem Schutz der USA stehe.

Kein kostenloser Schritt

Die Passabgabe kostet 450 Dollar - und je nachdem fällt auch eine «Exit-Steuer» an, falls man mehr als 2 Millionen Dollar Vermögen besitzt oder der zu versteuernde Betrag in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich mehr als 151'000 Dollar betrug.

Die US-Botschaft in Bern wollte «Bloomberg» zu den Austrittswilligen US-Bürgern keinen Kommentar abgeben.

(chb/vst)

 

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