1. Home
  2. Politik
  3. Reichster Franzose will doch nicht Belgier werden

Reichensteuer
Reichster Franzose will doch nicht Belgier werden

Bernard_Arnault
Bernard Arnault: «Ich habe die Wirkung unterschätzt.» (Bild: Bloomberg)Quelle: Keystone .

Bernard Arnault rudert zurück: Der Chef des Luxuskonzerns LVMH zieht seinen Antrag auf die belgische Staatsbürgerschaft zurück - nach einem Proteststurm.

Veröffentlicht am 10.04.2013

Der reichste Mann Frankreichs und Chef des Luxuskonzerns LVMH, Bernard Arnault, will nun doch nicht belgischer Staatsbürger werden. «Ich ziehe meinen Antrag zurück», sagte der Chef des weltgrössten Luxusgüterkonzerns LVMH der Tageszeitung «Le Monde».

Mit Blick auf den Proteststurm, den sein Vorhaben in Frankreich ausgelöst hatte, sagte der 64-jährige Multimilliardär: «Ich habe die Wirkung unterschätzt, die dieser Vorgang haben würde, von dem mir allerdings zugesichert worden war, dass er in der grössten Diskretion ablaufen würde.»

Arnault, der auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt gemeinsam mit seiner Familie auf Platz zehn geführt wird, hatte in Frankreich im vergangenen Jahr empörte Reaktionen ausgelöst, als bekannt wurde, dass er zusätzlich zur französischen die belgische Staatsbürgerschaft beantragen wollte.

Von vielen Franzosen wurde das als eine Reaktion auf die sozialistischen Pläne zur Besteuerung von Reichen interpretiert. Der langjährige Vertraute des abgewählten konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy versicherte daraufhin, dass er weiter in Frankreich Steuern zahlen werde.

Vergebliche Erklärungen

Seine Beteuerungen, weiter in Frankreich leben und in seiner Heimat Steuern zahlen zu wollen, seien «vergebens» gewesen, sagte Arnault nun «Le Monde». «Die Botschaft ist nicht angekommen.» Er wolle daher «jedes Missverständnis» ausräumen und ziehe den Antrag auf die belgische Staatsbürgerschaft zurück.

Arnault betonte erneut, er habe über die belgische Staatsbürgerschaft lediglich sein Erbe besser schützen wollen. Deswegen habe er im Nachbarland bereits 2008 eine Stiftung gegründet und seine Aktien dorthin übertragen. Die Einrichtung soll demnach vor allem eine Zerschlagung des Unternehmens im Fall eines plötzlichen Todes verhindern.

Nach früheren Informationen würde sie das Arnault-Imperium solange lenken, bis sein jüngster Sohn 25 Jahre alt ist. Die geplante Regelung soll in Frankreich nicht möglich sein. Nun vertraue er auf den Zusammenhalt seiner Familie, sagte Arnault.

(tno/vst/sda)

Anzeige