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Katastrophe
Rettungskräfte erreichen Flugzeugwrack in Ukraine

Prorussischer Separatist an der Absturzstelle: Es gibt keine Überlebende.   Keystone

Nach dem Absturz der Passagiermaschine MH 17 haben Rettungskräfte das Wrack des Flugzeugs in der Ostukraine erreicht. Zahlreiche prorussische Separatisten befinden sich offenbar an der Absturzstelle.

Veröffentlicht am 17.07.2014

Nach dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine mit 295 Menschen an Bord haben ukrainische Rettungskräfte das Wrack des Flugzeugs in der Nähe der Ortschaft Grabowo erreicht. «Die Arbeiten werden davon erschwert, dass die Trümmer in grossem Umkreis verstreut sind», sagte der Sprecher des Notfalldienstes, Sergej Botschkowski. Zudem würden sich zahlreiche bewaffnete Separatisten an der Absturzstelle aufhalten. Laut Reportern gab es keine Anzeichen von Überlebenden.

Auch Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hätten sich auf den Weg zum Wrack gemacht, berichteten Medien in der früheren Sowjetrepublik am Donnerstag. Die prorussischen Separatisten gaben bekannt, den Flugschreiber der Boeing 777-200 gefunden zu haben.

Keine Auffälligkeiten

Die Boeing 777-200 habe beim Überflug der Ukraine keine Auffälligkeiten gezeigt, sagte Generaldirektor Dmitri Babejtschuk von der ukrainischen Flugaufsicht. «Es gab keine Mitteilungen der Piloten. Später ist das Flugzeug vom Radar verschwunden», sagte er. Malaysia Airlines bestätigte zunächst lediglich den Kontaktverlust zu einer Boeing 777 mit 280 Passagieren und 15 Besatzungsmitgliedern über ukrainischem Staatsgebiet. Die Maschine war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko beschuldigte die prorussischen Separatisten eines «Terrorakts». «Dieser Vorfall ist keine Katastrophe. Er ist ein Terrorakt», schrieb Poroschenkos Sprecher Swjatoslaw Zegolko am Donnerstag auf der offiziellen Twitter-Seite des Staatschefs.

Die Rebellen gaben die Schuld wiederum dem ukrainischen Militär: Augenzeugen hätten gesehen, wie ein Kampfjet der Luftwaffe die Boeing 777 attackierte, teilte die selbsternannte Regierung der «Volksrepublik Donezk» mit.

Obama bietet Hilfe an

US-Präsident Barack Obama sagte «jegliche Unterstützung» zur Aufklärung des Vorfalls zu. «Es sieht aus, als gebe es eine schreckliche Tragödie an der ukrainischen Grenze», sagte Obama bei einer Rede im Bundesstaat Delaware am Donnerstag. Obamas Berater für nationale Sicherheit stünden in engem Kontakt mit den Behörden vor Ort.

An Bord des Fluges MH 017 sollen nach Berichten niederländischer Medien Dutzende niederländischer Passagiere gewesen sein. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte brach eine Auslandsreise vorzeitig ab. «Ich bin zutiefst geschockt von den dramatischen Berichten», heisst es in einer von niederländischen Medien verbreiteten Erklärung des Premier.

Keine Kenntnis, ob Schweizer an Bord waren

Von möglichen Schweizer Opfern hatte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Bern am Donnerstagabend keine Kenntnis, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur hiess.

(sda/moh)

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