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Politik

Romney: Kandidat mit widersprüchlicher Vergangenheit

Mitt Romney: Bald schon der mächtigste Mann der Welt? (Bild: Keystone)

Wer ist Willard Mitt Romney wirklich? Der Kandidat der Republikaner ist kaum fassbar: Für seine Anhänger ist Romney ein liebevoller Familienvater und erfolgreicher Geschäftsmann, für die Gegner ein sc

Veröffentlicht am 04.11.2012

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Barack Obama hat ein Negativbild von Mitt Romney gezeichnet: Multimillionär mit mangelhafter Steuermoral, rücksichtsloser Finanzinvestor, Ex-Gouverneur ohne politisches Rückgrat.

Die Republikaner preisen ihren Kandidaten dagegen als erfolgreichen Geschäftsmann, liebevollen Familienvater und Verfechter konservativer Werte.

Wer ist Willard Mitt Romney wirklich?

Seit Anfang 2007 ist Romney hauptberuflich Präsidentschaftsaspirant. Nach einer Amtszeit als Gouverneur von Massachusetts nahm er damals den Kampf um die Kandidatur der Republikaner für die Wahl 2008 auf, unterlag aber John McCain, der wiederum an Obama scheiterte.

Mit seiner Lobbygruppe «Free and Strong America» («Freies und starkes Amerika») blieb Romney im politischen Geschäft. Im Juni 2011 startete er dann seinen zweiten Anlauf Richtung Weisses Haus.

Mit seinem Streben nach dem höchsten Staatsamt versucht der 65-Jährige etwas zu erreichen, was seinem Vater nie gelang. George Romney, Automobil-Manager und Gouverneur von Michigan, bemühte sich 1968 erfolglos um die Kandidatur der Republikaner.

Aus gutem Hause

Mitt Romney hatte hervorragende Startbedingungen ins Leben. Die Familie lebte im Detroiter Nobel-Vorort Bloomfield Hills, seinen High-School-Abschluss machte er 1965 an einer elitären Privatschule. Zu dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Ann kennen, eine Unternehmertochter aus der Nachbarschaft. Das Paar hat fünf Söhne und 18 Enkelkinder.

Ein prägendes Element seiner Biographie, das Romney in der Öffentlichkeit sehr vorsichtig behandelt, ist sein mormonischer Glaube. Der im 19. Jahrhundert gegründeten Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage schlagen in den USA noch immer viele Vorurteile entgegen.

Die Romneys sind eine Mormonen-Dynastie, die sich bis in die Anfangszeit der Religion zurückverfolgen lässt. Der Lebensstil, der puritanische Werte wie den Verzicht auf Alkohol einfordert und ein enges Familienleben zur Norm erklärt, formte Romney.

Als junger Mann ging er für 30 Monate auf Mission nach Frankreich, seine künftige Frau Ann bewegte er zum Übertritt. Jahrelang engagierte sich Romney als Gemeindevorsteher, spendete einen Teil seines Einkommens der Kirche und half Glaubensbrüdern aus Notsituationen.

Reich dank Investmentfirma

Die Grundlage für seine Karriere legte Romney mit einem Doppelabschluss in Jura und Wirtschaft an der Elite-Uni Harvard, sein Vermögen machte er mit der Mitte der 80er Jahre in Boston gegründeten Investmentfirma Bain Capital. Die Bain-Fonds kaufen unter anderem angeschlagene Unternehmen, versuchen eine Sanierung - und schrecken dabei vor Entlassungen nicht zurück.

Romneys Vermögen soll irgendwo zwischen 200 und 250 Millionen Dollar liegen, sein Steuersatz in den vergangenen zwei Jahren betrug nur etwa 14 Prozent. Seine Verschwiegenheit zu Steuerbescheiden aus früheren Jahren nährte Spekulationen, Romney habe womöglich Geld am US-Fiskus vorbei geschleust.

Den Gang in die Politik versuchte Romney erstmals 1994, als er im Kampf um einen Senatssitz für Massachusetts am demokratischen Amtsinhaber Ted Kennedy scheiterte. Sein zweiter Griff nach einem Amt hatte Erfolg: Von 2003 bis 2007 regierte er als Gouverneur in Massachusetts.

Zwischenzeitlich hatte sich Romney mit der Rettung der kriselnden Winterolympiade 2002 in Salt Lake City landesweit Respekt erarbeitet.

Widersprüchliche Haltung

In seiner politischen Laufbahn hat Romney oft widersprüchliche Haltungen vertreten. Bei den Themen Abtreibung und Homosexuellenrechte etwa nahm er während seiner Zeit im liberalen Massachusetts moderate Positionen ein, nun präsentiert er sich als konservativer Hardliner.

Ähnlich verhält es sich in der Klima- und Gesundheitspolitik. Seinen Wahlkampf richtete der Republikaner auf die schwächelnde Wirtschaft und die hohe Arbeitslosigkeit aus. Am kommenden Dienstag wird sich zeigen, ob die Wähler die aktuelle Ausgabe des Politikers Romney annehmen werden.

(rcv/sda)

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