Die «Rundschau» von Schweizer Radio und Fernsehen SRF hat im Zusammenhang mit der Mörgeli-Berichterstattung ihre journalistische Sorgfaltspflicht nicht genügend wahrgenommen. Zu diesem Schluss kommt Achille Casanova, Ombudsmann der SRG. Für SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli eine Genugtuung, mit der er sich nicht zufriedengibt.

Die «Rundschau» warf Mörgeli vor, er habe zahlreiche unwissenschaftliche Doktorarbeiten durchgewinkt und damit seine Funktion als «Doktorvater» nicht richtig wahrgenommen. Auf dem «Heissen Stuhl» konnte sich der SVP-Politiker danach während zehn Minuten zu den Vorwürfen rechtfertigen, wobei ihn der Moderator auch fragte, ob er nun als Nationalrat zurücktrete.

Der Medizinhistoriker fühlte sich durch den Beitrag und das Interview auf dem «Heissen Stuhl» ungerecht behandelt und reichte Beschwerde beim Ombudsmann ein. Dieser gibt Mörgeli nun teilweise Recht, wie aus dem Entscheid hervorgeht, über den am Sonntag der «Sonntags Blick» und die «Schweiz am Sonntag» berichteten, und der auch der Nachrichtenagentur sda vorliegt.

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Mörgeli zieht Entscheid weiter

Der Filmbericht sei tatsächlich einseitig, urteilte der Ombudsmann. Wichtige Aspekte seien ausgeklammert oder nicht vertieft worden. Die Frage nach dem Rücktritt aus dem Nationalrat sei eine verfehlte Provokation gewesen, weil sie Mörgelis politische und wissenschaftliche Arbeit in problematischer Weise vermischt habe.

Weil Mörgeli im Interview aber ausreichend Gelegenheit gehabt habe, die Vorwürfe zu widerlegen, könne er die Beanstandung nicht unterstützen, schreibt der Ombudsmann in seinem Brief an Mörgeli. «Auch wenn ich Ihre kritische Reaktion durchaus nachvollziehen kann.»

Mörgeli ist mit diesem Entscheid nicht zufrieden. Er will den Fall an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) weiterziehen, wie er auf Anfrage der sda sagte.

(tke/Sda)