Die Sberbank hat ihre Geschäfte in der Ukraine wegen Sanktionen der Kiewer Führung verkauft. Käufer sind der russisch-britische Geschäftsmann Said Guzerijew und die lettische Norvik Banka, wie die Beteiligten am Montagabend mitteilten.

Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Die Sberbank-Tochter ist nach Angaben von Norvik Banka die sechstgrösste Bank in der Ukraine mit einer Bilanzsumme von zwei Milliarden Euro, etwa einer Million Kunden und 150 Filialen.

Mit Sanktionen nachgelegt

Die Regierung in Kiew hatte vergangene Woche Sanktionen gegen die Ableger russischer Staatsbanken in der Ukraine verschärft. Die Nationalbank verbot, dass die Banktöchter Gewinne an die Mutterhäuser in Russland abführen.

Die Ukraine wehrt sich seit 2014 gegen Separatisten im Osten des Landes, die von Moskau unterstützt werden. Zuletzt hatten die russische Regierung wie die russischen Banken erklärt, dass sie Ausweispapiere der Separatistengebiete Donezk und Luhansk anerkennen.

In der Ukraine nehmen deshalb die Proteste von Nationalisten gegen die russischen Tochterbanken zu. Am Dienstag hoben die Protestierenden eine Blockade der Sberbank-Zentrale in Kiew zeitweise auf. Norvik Banka kündigte an, sie werde sich wegen des Engagements in der Ukraine vom russischen Bankenmarkt zurückziehen.

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(sda/chb)