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Kontrolle
Russischer Forscher verkauft neues Dopingmittel

Dopingkontrolle für Olympia: In Russland ist eine neue Substanz aufgetaucht.   Keystone

Ein Forscher der russischen Akademie der Wissenschaften handelt mit einer neuartigen Dopingsubstanz, berichten ARD und WDR. Das Muskelaufbaupräparat birgt schwer abschätzbare Risiken.

Veröffentlicht am 03.02.2014

Kurz vor Beginn erhält die Hoffnung auf saubere Winterspiele in Sotschi einen argen Dämpfer. Ein bisher unbekanntes Mittel namens Full Size MGF ist in Russland aufgetaucht. Getarnt als Sportbetreuer gelang es deutschen Journalisten der Sender ARD und WDR eine Probe des «hochwirksamen» Muskelaufbaupräparats zu kaufen und im Labor testen zu lassen. Im Beitrag der ARD verspricht der russische Wissenschaftler, dass das Produkt noch vor Sotschi geliefert werden könne.

Der Dopinganalytiker Mario Thevis spricht gegenüber dem WDR von «kaum abschätzbaren Gesundheitsrisiken». Auch David Hoffmann, Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, warnte in der Sportschau der ARD eindringlich vor dem Gebrauch des neuen Dopingmittels. Sportler würden so gewissermassen als «menschliche Versuchstiere» missbraucht, da für die Substanz noch die Zulasssung fehle.

Substanz nicht nachweisbar

Die bislang unbekannte Substanz Full Size MGF ist für Dopinglabors vorerst nicht nachweisbar. Umso grösser dürfte die Versuchung sein, das Dopingmittel im Hinblick auf Sotschi 2014 zu verwenden. Für David Hoffmann wäre es deshalb «naiv zu glauben, dass alle Sportler, bei einem Ereignis wie den Olympischen Spielen in Sotschi, sauber sind.»

(gku/me)
 

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