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Unterstützung
Russland bereit zu Hilfen für Griechenland

Proteste in Athen zum Höhepunkt der Griechen-Krise: Unterstützung bald aus Russland? Keystone

Russland ist grundsätzlich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen. Die Annäherung zwischen den zwei Ländern wird von der EU skeptisch beäugt. Vorerst tragen die Griechen aber den EU-Kurs mit.

Veröffentlicht am 29.01.2015

Russland hat sich grundsätzlich bereit erklärt, Griechenland finanziell zu unterstützen. Sollte eine derartige Bitte an die Regierung herangetragen werden «würden wir das definitiv prüfen», sagte Finanzminister Anton Siluanow am Donnerstag dem Sender CNBC. Dabei würde man allerdings «alle Faktoren der bilateralen Beziehung zwischen Russland und Griechenland berücksichtigen».

In den vergangenen Tagen ist über eine Annäherung der neuen Regierung in Athen an Russland spekuliert worden. So hat sich Griechenland zurückhaltend zu dem Vorschlag einiger EU-Partner gezeigt, wegen der Ukraine-Krise neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Regierungschef Alexis Tsipras hatte sich noch am Tag seiner Vereidigung mit dem russischen Botschafter in Athen getroffen.

Ausweitungen in homöpathischen Dosen

Entgegen erster Befürchtungen blockierte Griechenland aber nicht die Einigung auf EU-Ebene über die Verlängerung der Russland-Sanktionen. Beim EU-Aussenministertreffen in Brüssel konnte die Vereinbarung darum  geschlossen werden. Die EU weitet ihre Russland-Sanktionen wegen des Ukraine-Konflikts in homöopathischen Dosen aus. Streit gab es aber auch ohne Weigerung der Griechen.

Die EU-Staaten wollen wegen der jüngsten Eskalation des Ukraine-Konflikts weitere Separatisten und ihre Unterstützer mit Einreiseverboten und Vermögenssperren belegen. Die Einigung der EU-Aussenminister auf diese Strafen wurde am Donnerstag allerdings von Streit über den weiteren Umgang mit Russland überschattet.

Gegen Verschärfung des Kurses

Vor allem der Vertreter der neuen griechischen Regierung sprach sich in Brüssel gegen eine Verschärfung des Kurses gegen den Kreml-Chef Wladimir Putin aus. Dem russischen Präsidenten wird vorgeworfen, die Unterstützung für die pro-russischen Separatisten in der Ukraine zuletzt noch einmal ausgebaut zu haben.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sprach nach dem Treffen von schwierigen Verhandlungen. Er betonte allerdings, dass es diesmal noch gelungen sei, Einigkeit herzustellen.

Wirtschaftssanktionen Thema am 12. Februar

Über mögliche neue Wirtschaftssanktionen sollte am Donnerstag ohnehin noch keine Entscheidung getroffen werden. Mit diesem Thema werden sich am 12. Februar die Staats- und Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen beschäftigen.

(reuters/sda/me)

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