Für das US-Militär ist Russland wieder zur grössten Gefahr für die nationale Sicherheit des Landes geworden. Das Verhalten Russlands sei «nichts weniger als alarmierend», sagte der Kandidat für das Amt des Generalstabschefs der US-Streitkräfte, General Joseph Dunford, bei einer Anhörung im Senat am Donnerstag. Russland sei «eine existenzielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten», warnte der Kommandeur der Marineinfanterie.

Zuvor hatte schon die zivile Chefin der Luftstreitkräfte, Deborah James, diese Position vertreten. «Ich betrachte Russland als grösste Bedrohung», sagte sie am Mittwoch fast wortgleich nach einer Europareise in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Die USA müssten deswegen ihre Militärpräsenz in Europa ausbauen. Zudem werde die Entsendung von F-16-Kampfflugzeugen fortgesetzt.

Beidseitige Aufrüstung

Vor dem Hintergrund der Gefechte in der Ukraine und der Annexion der Krim sind die Beziehungen zwischen Russland und der Nato so gespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Beide Seiten rüsten in Europa auf und veranstalten wieder mehr Militärmanöver.

Die Politikerin James äusserte sich enttäuscht, dass nur vier der 28 Nato-Mitglieder das Ziel des Bündnisses einhalten, zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung auszugeben. Sie räumte zwar ein, dass Europa wirtschaftliche Probleme habe und gegen eine Flüchtlingskrise kämpfe. Die Nato-Verpflichtungen müssten aber Priorität haben.

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(awp/ise)