Zur Unterstützung des Metall-Giganten Rusal denkt die russische Regierung über den Aufbau staatlicher Aluminium-Lager nach. Mit einem solchen Mechanismus würden für Krisensitationen strategische Reserven gebildet, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch.

Der weltgrösste Aluminium-Hersteller hatte in dieser Woche die Regierung darum gebeten, Lagerstätten anzulegen, um den Preisverfall bei dem Leichtmetall abzufedern. Aluminium hat sich in diesem Jahr bereits um 15 Prozent verbilligt.

Fehlendes Kapital

Mit der Schaffung staatlicher Reserven würde der Markt einerseits einen zusätzlichen Käufer in Form der Regierung bekommen. Andererseits könnte der Preis durch Verknappung des Angebots wieder steigen. Allerdings fehle der Regierung derzeit das Kapital für solch einen Schritt, ergänzte Dworkowitsch.

Zum Umfang möglicher späterer Aluminium-Ankäufe äusserte er sich nicht. Rusal deckt rund 75 Prozent der russischen Inlandsnachfrage nach Aluminium ab. Konzernchef Oleg Deripaska hatte der russischen Nachrichtenagentur Interfax gesagt, dass das Unternehmen wegen des Preisverfalls die Produktion in diesem Jahr um 350'000 Tonnen senken könnte.

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In den USA läuft die Diskussion in eine andere Richtung: Dort stehen Finanzinstitute wie die Grossbanken Goldman Sachs und JP Morgan in der Kritik, weil sie abseits ihres Kerngeschäfts Metall-Lager besitzen. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, so den Preis künstlich hochzuhalten, was die Geldhäuser bestreiten.

(tke/aho/sda)