Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigte in Moskau an Russland und die syrische Regierung würden drei humanitäre Korridore für Zivilisten aus der eingekesselten nordsyrischen Stadt Aleppo einrichten.

Zusammen mit den syrischen Regierungstruppen würden drei Versorgungsrouten geschaffen, um die Einwohner mit Lebensmitteln und medizinischem Material zu beliefern, sagte Schoigu.

USA kritisiert

Er kritisierte, dass die USA noch keine Angaben über Stellungen der Freien Syrischen Armee (FSA) und der als terroristisch eingestuften Al-Nusra-Front geliefert hätten. Deshalb werde im Norden von Aleppo ein vierter Korridor eingerichtet, über den Kämpfer mit ihren Waffen die Stadt verlassen könnten.

Die Rebellenviertel der einstigen Wirtschaftsmetropole sind seit drei Wochen von humanitärer Hilfe abgeschnitten, nachdem die vorrückenden Regierungstruppen die letzte verbliebene Versorgungsroute gekappt hatten. Etwa 300'000 Menschen sind eingekesselt.

Für eine Stabilisierung der Lage in dem Bürgerkriegsland werde Russland auf Vorschlag der USA Militärexperten zu Beratungen nach Genf schicken, kündigte Schoigu an. Erst am Dienstag hatten sich Vertreter der USA, Russlands und der Uno zu Gesprächen in der Schweiz getroffen.

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Assad bietet Rebellen erneut Amnestie an

Der syrische Präsident Baschar al-Assad bot den Aufständischen derweil erneut eine Amnestie an, wenn diese ihre Waffen niederlegen. «Es ist für alle eine gute Idee, die - aus welchen Gründen auch immer - zu den Waffen gegriffen haben, jetzt aber zu ihrem normalen Leben zurückkehren möchten», wird Assad von der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zitiert.

Die Armee habe Textnachrichten an die Aufständischen in Aleppo geschickt, um sie zur Aufgabe zu bewegen, hiess es weiter. Assad hatte seinen Gegnern, die er als «Terroristen» bezeichnet, bereits im März eine «volle Amnestie» in Aussicht gestellt, um sie zum Ende ihres Aufstands zu bewegen.

(sda/chb)