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Treffen
Russland und der Iran kommen ins Geschäft

Hassan Ruhani und Vladimir Putin: Die Präsidenten treffen sich in Moskau. Keystone

Russland und der Iran rücken zusammen: Die Präsidenten beider Länder schliessen Wirtschaftsdeals – und vereinbaren eine engere Zusammenarbeit im Krieg in Syrien.

Veröffentlicht am 28.03.2017

Russland und der Iran planen engere Wirtschaftsbeziehungen. Zudem wollen die beiden Länder ihr Vorgehen im syrischen Bürgerkrieg weiter eng abstimmen. Das vereinbarten die Präsidenten Wladimir Putin und Hassan Ruhani am Dienstag bei einem Treffen in Moskau.

Beide Mächte kämpfen militärisch für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und haben ihn vor dem Sturz bewahrt. Ruhani versprach, der Iran werde in Syrien den russischen Kampf gegen Terroristen, wie er die Regimegegner nannte, bis zum endgültigen Erfolg unterstützen.

Beitrag zum Ende des Syrien-Kriegs

«Dank unserer gemeinsamen Anstrengungen ist es gelungen, eine Einstellung der Kampfhandlungen zu erreichen und deren Gültigkeit auf einen bedeutenden Teil Syriens auszudehnen», sagte Putin bei einem kurzen Auftritt nach dem Treffen. Die Zusammenarbeit von Russland und dem Iran, ergänzt um die Türkei, sei ein wichtiger Beitrag zu einer Beendigung des Krieges.

Die Waffenruhe seit Ende Dezember, von der Putin sprach, gilt aber als brüchig. Assad-Gegner beklagen zahlreiche Verstösse: Die syrische Armee kämpfe mit russischer und iranischer Unterstützung weiter.

Öl, Gas und Kernkraft

Die vereinbarten engeren Wirtschaftsbeziehungen betreffen vor allem Öl, Gas und Kernkraft. «Der Iran ist für uns ein guter Nachbar und ein zuverlässiger, stabiler Partner«, sagte Putin. Er lobte Teheran, dass es sich an die Auflagen des Atomabkommens von 2015 halte. Es räumt Teheran das Recht auf friedliche Nutzung der Kernkraft ein, aber nicht den Bau von Atomwaffen. Die Vereinten Nationen hoben Anfang Januar 2016 ihre Sanktionen gegen Teheran auf.

Seitdem sei der russisch-iranische Handel um 70 Prozent gestiegen, sagte Putin. Im iranischen Atomkraftwerk Buschehr, gebaut von Russland, laufe der erste Reaktorblock. Nun werde über den Bau eines zweiten und dritten Blocks verhandelt. Russische Ölfirmen sind nach Aufhebung der Sanktionen sehr daran interessiert, bei der Modernisierung der iranischen Ölproduktion mitzuwirken.

Interesse an einer Wirtschaftsunion

Ruhani bekräftigte, sein Land sei an einer Freihandelszone mit der von Russland dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion interessiert. Nach Angaben des russischen Zolls ist der bilaterale Handel 2016 auf zwei Milliarden Euro gestiegen, ein Plus um 70 Prozent zum Vorjahr.

(sda/mbü)

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