1. Home
  2. Politik
  3. Säbelrasseln: USA warnen Russen vor Grenzverletzung

Drohung
Säbelrasseln: USA warnen Russen vor Grenzverletzung

Panzer der Separatisten in der Ostukraine: Das Säbelrasseln verschärft sich. Keystone

Washington hat Moskau mit Nachdruck vor Grenzverletzungen in der Ostukraine gewarnt. Das Weisse Haus spricht vone einer gefährlichen Provokation. Der Lastwagen-Konvoi kommt derweil nicht voran.

Veröffentlicht am 16.08.2014

Nach dem mutmasslichen Vorstoss russischer Schützenpanzer auf ukrainischen Boden haben die USA die Führung in Moskau mit Nachdruck vor Grenzverletzungen gewarnt. Jedes russische Vordringen auf ukrainisches Gebiet ohne Erlaubnis der Regierung in Kiew sei inakzeptabel.

Das sagte eine Sprecherin des Präsidialamtes in Washington. Die USA seien sehr besorgt über das wiederholte russische Vordringen in die Ukraine, ergänzte sie. Dies sei eine gefährliche Provokation. Sie räumte allerdings ein, dass die USA derzeit nicht bestätigen könnten, dass die ukrainische Armee einen russischen Militärkonvoi angegriffen und teilweise zerstört habe.

Aussenministertreffen in Berlin

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel rief den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefongespräch zur Deeskalation auf. Am Sonntag sollen der russische Aussenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Amtskollege Pawlo Klimkin zu einem Gespräch in Berlin zusammentreffen.

Merkel sagte Putin laut ihrem Sprecher, vor allem dem Strom von Rüstungsgütern, Militärberatern und bewaffnetem Personal über die Grenze in das Nachbarland müsse ein Ende gesetzt werden.

Auch der französische Präsident François Hollande ermahnte Russland, die territoriale Integrität der Ukraine zu respektieren. Er äusserte die Hoffnung, dass das Aussenministertreffen in Berlin den Auftakt zu einem ukrainisch-russischen Friedensgipfel bilden könnte. An dem Treffen am Sonntagnachmittag nehmen auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Amtskollege Laurent Fabius teil.

Russische Garantien

Der Konflikt drohte am Freitag zu eskalieren, nachdem das ukrainische Militär erklärt hatte, eine russische Militärkolonne gepanzerter Fahrzeuge im Osten der Ukraine angegriffen zu haben. Die Erklärung weckte die Furcht einer direkten militärischen Auseinandersetzung zwischen den Nachbarn.

Russland reagierte allerdings betont gelassen. Die Berichte über das Vordringen der russischen Militärfahrzeuge seien «eine Art Phantasie», erklärte die Regierung in Moskau.

Zugleich teilte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu in einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Chuck Hagel mit, auch der Hilfskonvoi für die Ostukraine werde nicht von Soldaten begleitet. Russland wolle den Konvoi nicht als Vorwand für eine Intervention in der Ukraine nutzen, habe Schoigu versichert, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Russischer Hilfskonvoi kommt nicht voran

Der russische Hilfskonvoi für die ukrainischen Rebellengebiete kommt derweil weiter nicht voran. Die fast 280 LKW mit Hilfsgütern standen am Samstag noch immer 30 Kilometer vor der ukrainischen Grenze in der russischen Ortschaft Kamensk-Schachtinski, wie eine AFP-Reporterin berichtete.

Die Lastwagen wurden von ukrainischen Grenzschützern auf russischem Boden kontrolliert. Die Lastwagen sollen unter Aufsicht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in die zwischen Rebellen und Regierungstruppen umkämpften Gebiete fahren.

Die ukrainischen Grenzbeamten, welche die Ladung inspizieren sollen, benötigen nach eigener Darstellung noch Dokumente des IKRK, das die Verteilung der Güter überwachen soll. Die Hilfsorganisation wiederum wartet nach eigenen Angaben auf grünes Licht beider Seiten.

Weitere Kämpfe

Unterdessen kam es in der Ostukraine erneut zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. Laut Separatisten wurden am Samstag 30 Angehörige der Regierungstruppen in der Region Lugansk unweit der russischen Grenze getötet.

Das Militär habe zwei Dörfer in der Nähe der Stadt Donezk mit Granaten beschossen, hiess es auf einer von den Separatisten betriebenen Webseite. Auch das Zentrum der Grossstadt sei unter Artilleriebeschuss genommen worden.

Ein Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums wies die Berichte über den Granatenbeschuss zurück. Er sagte, in den vergangenen 24 Stunden seien drei ukrainische Soldaten getötet worden. Er fügte hinzu, dass zuletzt russische Drohnen und ein Helikopter illegal in den ukrainischen Luftraum eingedrungen seien.

(sda/moh)

Anzeige