Nach den verheerenden Anschlägen in Paris wird auch Deutschland ganz konkret von der Terrorbedrohung eingeholt. Die Islamisten-Szene in Deutschland birgt viele Gefahren – eine Übersicht in Zahlen.

43'000 in der Szene

Der Verfassungsschutz rechnet mehr als 43'000 Menschen zur islamistischen Szene.

Diese ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen – vor allem durch den starken Zulauf bei der Gruppe der Salafisten, einer besonders konservativen Strömung innerhalb des Islam. Rund 7900 Personen werden inzwischen der Salafisten-Szene zugerechnet.

1000 Radikale

Die Sicherheitsbehörden stufen viele Islamisten als gefährlich ein. Etwa 1000 Menschen in Deutschland werden dem «islamistisch-terroristischen» Spektrum zugeordnet. Darunter sind 420 sogenannte Gefährder, also Menschen, denen die Polizei zutraut, dass sie einen Terrorakt begehen könnten.

Die Zahl ist so hoch wie nie zuvor. Zum Teil sind auch Rückkehrer aus Dschihad-Gebieten darunter.

750 Syrienreisende

Mehr als 750 radikale Islamisten aus Deutschland sind bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist. Die Zahl geht seit langem nach oben. Viele haben sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen.

Ein Drittel der Ausgereisten, also etwa 250, sind inzwischen wieder in Deutschland. Bei etwa 70 von ihnen ist bekannt, dass sie Kampferfahrungen gesammelt haben. Mindestens 120 Islamisten aus Deutschland sind laut Verfassungsschutz bislang in den Kampfgebieten gestorben. Einige davon sprengten sich bei Selbstmordanschlägen in die Luft.

Anzeige

40 Beamte pro Islamist

Im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum in Berlin tauschen Polizei und Nachrichtendienste Informationen über auffällige Islamisten aus. Mit dabei sind 40 Behörden aus Bund und Ländern. Sie setzen sich mindestens einmal am Tag zusammen. «Gefährder» und kampferprobte Syrien-Rückkehrer haben Polizei und Geheimdienste besonders im Blick.

Eine Komplettüberwachung ist aber kaum möglich. Um einen gefährlichen Islamisten rund um die Uhr zu observieren, sind mehrere Teams nötig – nach Experteneinschätzung etwa 40 Beamte pro Islamist. Je nach Gefährlichkeit gibt es daher abgestufte Varianten der Beobachtung.

(sda/ise)