Während des zweiten Weltkrieges förderte der Bund in der sogenannten «Anbauschlacht» die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln. Innerhalb weniger Jahre wurden Wälder gerodet, Wiesen zu Äckern umfunktioniert und Moorboden entwässert. Seither wurde an der Drainage nicht mehr viel gemacht.

Kein Wunder, steht den Bauern des Seelandes, der Linth-Ebene und des St. Galler Rheintals immer öfter das Wasser bis an die Knöchel. Die veralteten Entwässerungsanlagen sind in einem schlechten Zustand. Dabei geht es um einige der wichtigsten Gemüse-Anbaugebiete der Schweiz.

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1,7 Milliarden Franken

Damit das Wasser wieder richtig abfliessen kann, bedarf es einer Sanierung. Diese würde in den nächsten 10 bis 15 Jahren mit ungefähr 1,7 Milliarden Franken zu Buche schlagen. Ein guter Teil davon müsste der Steuerzahler übernehmen. Die Kosten würden zu je einem Viertel vom Bund und Kanton übernommen, 20 Prozent müsste die Gemeinde bezahlen und 30 Prozent der Eigentümer des Landes.

Doch nicht nur wegen der hohen Kosten ist die Sanierung und weitere landwirtschaftliche Nutzung der Moorböden umstritten. Torböden erhalten sehr viel CO2 welches bei der Bewirtschaftung freigesetzt wird. Zum Vergleich: In den Böden steckt noch so viel CO2 wie die Schweiz in zwei Jahren ausstösst. Zudem sackt durch die Zersetzung und die landwirtschaftliche Nutzung schwerer Maschinen der Grund immer weiter ab.

Wertvolle Moorlandschaften

Ein weiteres Argument gegen die Sanierung ist der Lebensraum, der durch die Entwässerung und Nutzung verloren geht. In naürlichen Moorlandschaften leben viele Insekten und Amphibien wie zum Beispiel der Bergmolch, der in den Moorböden laicht. 

Was Gegner und Befürworter zur Sanierung der Moorböden sagen, sehen Sie im Beitrag von SRF Eco.

(btl)