Als SPD-Politiker Peer Steinbrück am 30. Oktober seine Honorare offenlegte, kündigte er an, dass er noch zwei Vorträge halten müsse - weil er ohne Konventionalstrafe aus den Verträgen nicht herauskomme. Nach Angaben seines Sprechers wäre der geplante Vortrag bei der Schweizer Privatbank Sarasin am vergangenen Donnerstag die letzte dieser vertraglichen Verpflichtungen gewesen. Nun taucht eine neue Ungereimtheit auf.

Denn wie der «Spiegel» in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, war die Absage von Steinbrücks Rede bei Sarasin - entgegen den Aussagen von Ende Oktober - doch nicht mit einer Konventionalstrafe belegt. Dies habe ein Blick in die Verträge mit der vermittelnden Agentur offenbart, hiess es laut dem Magazin in der SPD.

Vergangenen Mittwoch sagte Steinbrück seinen Vortrag schliesslich unter Hinweis auf staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Sarasin doch ab. Heute wählte die SPD Steinbrück nun auf einem Sonderparteitag mit 93,45 Prozent der Delegiertenstimmen zum Kanzlerkandidaten und damit zum Herausforderer von Angela Merkel.

(tno)