Ein Vertrauter des früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy wird der Bestechlichkeit und des Steuerbetrugs beschuldigt. Der konservative Abgeordnete Patrick Balkany teilte am Dienstagabend in Paris selbst mit, dass ein formelles Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet wurde.

Der enge Sarkozy-Vertraute, der Bürgermeister des Pariser Vororts Levallois-Perret ist, wies die Vorwürfe entschieden zurück. Patrick Balkany und seiner Frau Isabelle wird einem Bericht des Fernsehsenders M6 zufolge vorgeworfen, im Jahr 2009 Schmiergeld in Höhe von fünf Millionen Dollar angenommen zu haben.

Schwere Vorwürfe

Ein Unternehmer soll das Geld auf ein Konto in Singapur eingezahlt haben, nachdem Balkany ein Geschäft in Namibia vermittelt haben soll. Die Ermittler suchen zudem die wahren Eigentümer zweier Villen auf den Antillen und in Marrakesch, wo sich die Balkanys regelmässig aufhielten.

Zwei Untersuchungsrichter werfen Balkany laut Angaben aus Justizkreisen passive Bestechung und Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerbetrug vor. Der Abgeordnete von Sarkozys Partei UMP wurde deswegen am Dienstag vorgeladen, dann wurde das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet.

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Balkany spricht von «Märchen»

«Ich habe den Richtern erklärt, dass ich absolut nichts mit den Dingen zu tun haben, die sie mir vorwerfen», sagte Balkany im Anschluss zu Journalisten. Die Angaben des Unternehmers zu der mutmasslichen Schmiergeldzahlung bezeichnete Balkany als «Märchen».

Er habe nie etwas mit dem Geschäftsmann zu tun gehabt und auch keinerlei Kontakte nach Namibia. «Ich kenne Namibia nicht, ich kenne niemanden in Namibia.» Gegen Balkanys Ehefrau und einen Vertrauten des Paares laufen in der Angelegenheit bereits Ermittlungsverfahren. Im Zuge der Ermittlungen wurde im Frühjahr auch eine Anwaltskanzlei durchsucht, an der Sarkozy Teilhaber ist.

(sda/gku/se)