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Erlaubnis
Sawiris darf Gross-Skigebiet bauen

Samih Sawiris: Der Orascom-Chef darf das Skigebiet Andermatt-Sedrun erweitern.   Keystone

Orascom-Chef Samih Sawiris hat sich durchgesetzt: Die Skigebiete Andermatt und Sedrun werden nach seinen Plänen zusammengelegt. Kernstück des Projektes sind 15 neue Seilbahnen.

Veröffentlicht am 02.06.2014

Die Pläne von Samih Sawiris für einen Ausbau und Zusammenschluss der Skigebiete von Andermatt UR und Sedrun GR sind vom Bund genehmigt worden. Bis die neuen Anlagen gebaut werden können, ist aber noch Detailarbeit nötig.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) teilte am Montag mit, dass es der Andermatt-Sedrun Sport AG (ASS) die Bewilligung erteilt habe, um die bestehenden Skigebiete beidseits des Oberalps zusammenzuschliessen und zu modernisieren.

Das Projekt beinhaltet 15 neue Seilbahnanlagen, wobei acht davon bestehende Seilbahnen ersetzen. Das Vorhaben entspreche den gesetzlichen Anforderungen, teilte das BAV mit. Die Umweltverträglichkeit sei auf der Stufe Plangenehmigung nachgewiesen.

Verbindung zwischen Skigebieten zentral

Zentraler Projektteil ist die Verbindung der Skigebiete Andermatt und Sedrun. Um diese zu realisieren, seien grossflächige Eingriffe in die Landschaft nötig, schreibt das BAV. Die Eingriffe würden mit einer Vielzahl von Massnahmen ausreichend kompensiert. Hierzu trügen auch die Kantone Uri und Graubünden bei, indem sie grossflächige Renaturierungen sowie die Schaffung von Schutzgebieten unterstützten.

Mit der Plangenehmigungsverfügung für das Gesamtprojekt und der Erteilung der Konzessionen für die einzelnen Anlagen seien die grossen Linien des Vorhabens gezeichnet, sagte BAV-Sprecher Andreas Windlinger auf Anfrage. Das BAV machte der ASS in der Verfügung aber gewisse Auflagen. Diese würden, gemessen am Gesamtprojekt, Details betreffen, sagte Windlinger.

Um Umweltabklärungen zu verfeinern, muss die ASS noch zahlreiche Detailprojekte erarbeiten. Diese Arbeiten werden von einer Begleitgruppe unterstützt, in der neben der ASS Umweltorganisationen, Bund und Kantone Einsitz haben. Einbezogen ist auch die Korporation Ursern, die wichtigste Grundeigentümerin.

120 Pistenkilometer

Mit dem Seilbahnbau beginnen kann die ASS noch nicht. Als nächstes muss sie beim BAV die seilbahntechnischen Detailprojekte einreichen. Erst wenn das BAV diese sowie alle weiteren mit den Anlagen im Zusammenhang stehenden Detailprojekte genehmigt hat und die nun verfügten Auflagen erfüllt sind, können die Bahnen realisiert werden.

Das neue Skigebiet Andermatt-Sedrun wird über 24 Anlagen und 120 Pistenkilometer verfügen. Ursprünglich hätte es noch grösser werden sollen, doch reduzierten die Projektverantwortlichen das Vorhaben, nicht zuletzt wegen der Kritik von Umweltorganisationen.

Anfang 2013 schloss Samih Sawiris mit den Umweltverbänden eine Vereinbarung ab. Pro Natura und Mountain Wilderness wollen nun prüfen, ob beim Entscheid des BAV diese Übereinkunft eingehalten worden ist, wie ihre Pressestellen auf Anfrage mitteilten. Gegen die Verfügung des BAV kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden.

Orascom am Bau beteiligt

Das BAV bezeichnet in seiner Mitteilung das Projekt am Oberalp als das bislang umfangreichste seilbahnrechtliche Bewilligungsverfahren. Grund für die Erweiterung des Skigebiets von Andermatt mit dem von Sedrun ist das neue Resort, das im Urserental realisiert wird.

Gebaut wird das Resort von der Andermatt Swiss Alps, ein Unternehmen des ägyptischen Tourismusinvestors Samih Sawiris. Die ASS ist eine Tochterfirma der Andermatt Swiss Alps, die ihrerseits zu 49 Prozent im Besitz der Orascom Development Holding ist.

(awp/sda/me/sim)

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