Die Bekämpfung der Korruption soll verschärft werden. Der Bundesrat schlägt vor, dass Bestechung unter Privaten künftig von Amtes wegen verfolgt wird. Im Visier hat er mit dem Vorschlag vor allem die Sportverbände, die Grossanlässe vergeben.

Bei Korruption in der Privatwirtschaft oder in Sportverbänden kommt es heute zu einem Strafverfahren, wenn ein Betroffener bei den Strafverfolgungsbehörden eine Anzeige einreicht. Deshalb gibt es beispielsweise bei Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit der Vergabe von Sportanlässen keine automatische Untersuchung.

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Das soll sich ändern. Der Bundesrat schlägt vor, die Privatbestechung als Offizialdelikt im Strafgesetzbuch zu regeln. Dazu schickte er am Mittwoch eine Vorlage in die Vernehmlassung, wie das Bundesamt für Justiz mitteilte. Die Konsultation dauert bis am 5. September.

FIFA, UEFA und IOC im Visier

Bestechungshandlungen bei der Vergabe grosser Sportanlässe würden mit der Änderung strafbar. Relevant ist das Thema für die Schweiz vor allem deshalb, weil grosse Sportverbände wie der Weltfussballverband (FIFA), der Europäische Fussballverband (UEFA) oder das Internationale Olympische Komitee (IOC) in der Schweiz beheimatet sind.

Strafbar ist nach den neuen Regeln, wer besticht und wer sich bestechen lässt. Das gilt selbst dann, wenn ein Sportverein das Bestechungsgeld erhält. Es droht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Präzisiert wird zudem die Bestechung von Amtsträgern.

Die Schweiz reagiert mit der neuen Regelung auch auf Druck von aussen. Die Anti-Korruptionsgruppe GRECO - ein Gremium im Rahmen des Europarates - empfahl der Schweiz, die Privatbestechung schärfer zu ahnden.

(tke/aho/sda)