Der Streik der Lokführer in Deutschland macht an der Grenze nicht Halt: Auch bei der Schaffhauser S-Bahn fallen Züge aus. Regierungsrat Reto Dubach (FDP) hat in einer E-Mail an den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) seinem Ärger Luft gemacht. Der Ausfall von Zügen sei «nicht akzeptabel».

Auf den Strecken Schaffhausen-Erzingen und Schaffhausen-Thayngen fallen pro Tag 78 von 203 Verbindungen aus. Weil die S-Bahn von der SBB und der Deutschen Bahn (DB) gemeinsam betrieben wird, verkehren während des Streiks nur noch die SBB-Züge.

In dem Schreiben an Verkehrsminister Hermann fordert Dubach, dass die DB die staatsvertraglich zugesagten Leistungen planmässig erbringt und dass es zu keinen Ausfällen kommt. Ausserdem müsse man sich Gedanken machen, wie im Falle eines Streiks ein Ersatzbetrieb aufgestellt werden könne. Dass dabei die Kosten «der deutschen Seite zu verrechnen sind, wird die logische Konsequenz sein.»

Pendler setzen auf Zuverlässigkeit

Der Ausfall ist besonders störend, weil sich die S-Bahn Schaffhausen noch in der Aufbauphase befindet, wie René Meyer, Leiter der Koordinationsstelle öffentlicher Verkehr des Kantons Schaffhausen auf Anfrage sagte. Die S-Bahn wurde erst Ende 2013 eingeführt, die Fahrgastzahlen steigen allmählich.

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Doch wenn die Pendler nicht auf die S-Bahn vertrauen können, wie nun beim Streik, dann steigen die Leute wieder aufs Auto um, befürchtet Meyer. Damit die S-Bahn Erfolg habe, brauche es die Zuverlässigkeit, die man in der Schweiz vom öffentlichen Verkehr gewohnt ist. Eine Option wäre, dass die SBB künftig Verbindungen der DB übernimmt.

Kurzfristig ist dies nicht möglich. Doch Ende 2016 läuft der sogenannte «grosse Verkehrsvertrag» zwischen Baden-Württemberg und der DB aus. Dann kann der Verkehr im grenzüberschreitenden Raum neu ausgeschrieben und neu verhandelt werden.

Schaffhausen wünscht sich dabei mehr Mitsprache und eine gemeinsame Lösung. Es brauche eine engere Zusammenarbeit bei der Bestellung des Regionalverkehrs, sagte Meyer.

(sda/chb)