Die Universität Düsseldorf hatte Schavan am Dienstag wegen «vorsätzlicher Täuschung» in ihrer Promotionsarbeit den Doktortitel entzogen. Schavan will dagegen klagen.

Nach ihrer Unterredung mit Merkel im Kanzleramt sagte Schavan, sie habe weder abgeschrieben noch getäuscht. «Die Vorwürfe treffen mich tief.» Sie wolle mit ihrem Rücktritt Belastungen für das Amt und die Bundesregierung vermeiden. «Das Amt darf nicht beschädigt werden.» Nun wolle sie sich auf ihr Bundestagsmandat konzentrieren.

Enge Vertraute Merkels

Die Kanzlerin sagte, Schavan habe ihren Rücktritt am Freitagabend angeboten. Sie habe ihn «sehr schweren Herzens» angenommen. Merkel bescheinigte Schavan ausserordentliche Leistungen in ihrem Ministeramt. Zugleich teilte sie mit, dass die bisherige niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka Schavans Nachfolgerin werden soll.

Anzeige

Die 57-jährige Schavan gilt als enge Vertraute Merkels und war seit 2005 Bundesbildungsministerin. Erste Plagiatsvorwürfe gegen sie waren Ende April 2012 anonym im Internet aufgetaucht.

Schavan hatte Plagiate und eine Täuschungsabsicht in ihrer 1980 verfassten Doktorarbeit stets bestritten und die Prüfung durch die Uni selbst mitangeregt.

(tke/sda)