Nachdem die Berner Steuerbehörden alle Akten der Ammann-Gruppe für gesetzeskonform befunden haben, geht Bundesrat Johann Schneider-Ammann in die Offensive. «Was wir taten, geschah völlig transparent gegenüber den Steuerbehörden und innerhalb des gesetzlichen Rahmens», sagte der Politiker gegenüber dem «SonntagsBlick». Der Konzern war wegen Finanzkonstrukten im Steuerparadies Jersey in die Kritik geraten, die seiner Zeit als Unternehmenschef umgesetzt wurden.

Schneider-Ammann verteidigt diese Konstrukte nun als notwendig und moralisch richtig. Aus unternehmerischer Sicht sei es notwendig, nicht nur bei Produktion und Spesen zu optimieren, «sondern zusätzlich bei den Steuern. Je grösser die Reserven sind, desto sicherer geht eine Firma durch konjunkturelle Talsohlen», sagt Schneider-Ammann im «SonntagsBlick».«Mit dem Geld haben wir einzig die industrielle Tätigkeit gesichert, sagte er» Der kritisierte Bundesrat betont: «Moralisch ist das etwas Gutes!»

«Man will meinen Ruf zerstören»

Die Angriffe auf ihn sehe er als Folge politischer Auseinandersetzungen etwa um die 1:12-Initiative oder Mindestlöhne. Ammann sagte, er sei das Ziel der Angriffe, «weil ich stets für ein liberales Umfeld eingestanden bin und es weiter tun werde. Deshalb will man meinen Ruf zerstören.»

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In der Firma von Schneider-Ammann gab es 2009 unterdessen Widerstand gegen dessen Plan, die Gelder aus Jersey in die Schweiz zurückzuholen – in ein einheimisches Steuerkonstrukt. Dagegen wehrte sich der damalige Finanzchef der Langenthaler Ammann-Gruppe, Urs Habermacher, wie die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ berichtet.  Im Januar 2010 reichte er die Kündigung ein, wie Recherchen zeigen. Die Firmenleitung unter Schneider-Ammann beschloss 2009, die Offshorestruktur auf Jersey aufzulösen.

(me)